Parlamentsumbau: Edelrost muss erhalten bleiben

11. August 2016, 14:27
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Punktuelle Restaurierung notwendig – Patina wird nicht entfernt

Wien – Ein Team von Restauratoren hat das Parlamentsgebäude untersucht und den "kunsthistorisch wertvollen Bestand katalogisiert", teilte die Parlamentsdirektion am Donnerstag in einer Aussendung mit. Ergebnis: Das Gebäude befinde sich zwar aus "denkmalpflegerischen Sicht" in einem guten Zustand, punktuelle Restaurierungen sind jedoch notwendig. Im Rahmen der Sanierung müsse die Patina erhalten bleiben.

In den vergangenen Monaten hatten Restauratoren in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt die Räume "penibel" untersucht und dabei den Zustand verschiedener Materialien – Stein, Holz, Metall, Stuccolustro, Stuckmamor – erhoben sowie Dekorationsmalereien untersucht. Dies geschah, um die restauratorischen Ziele im Rahmen des Parlamentsumbaus festzulegen.

Erhoben wurde, wo Schäden saniert werden müssen, wo Reinigung und Auffrischung genügt und was ist in gutem Zustand ist und erhalten bleiben kann. Das Ergebnis war, dass sich das Gebäude aus denkmalpflegerischer Sicht in gutem Zustand befinde, jedoch punktuell restauriert werden müsse. Jedenfalls solle "die Seele des Hauses bewahrt werden", hieß es in der Aussendung.

Umzug in die Hofburg

"Bei der Parlamentsgebäudesanierung geht es darum, die wertvolle Substanz zu erhalten und das Haus als Arbeitsparlament zukunftsfit zu machen", so Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ). Die Sanierung stehe unter dem Motto Nachhaltigkeit, es sei die "Balance zwischen Konservierung und zeitmäßiger Gestaltung" zu finden: Auf der einen Seite müsse das Gebäude neben der Behebung von Schäden bezüglich Brandschutz und Barrierefreiheit in einem gesetzeskonformen Zustand gebracht werden, auf der anderen Seite sei das Gebäude als "archtektonisches Juwel" zu bewahren.

Der eigentliche Umbau des Parlamentsgebäudes wird im Sommer 2017 in Angriff genommen. Während der auf drei Jahre anberaumten Generalsanierung werden Nationalrat und Bundesrat in die Hofburg übersiedeln. Budgetiert sind 352,2 Mio. Euro für die Sanierung und 51,4 Mio. Euro für die temporäre Übersiedlung. (APA, 11.8.2016)

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