Japanische Band Mono: Meister der großen Dramen

11. August 2016, 14:23
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Die japanische Band Mono bringt die Grenzen zwischen Klassik und Pop zum Oszillieren: Am Sonntag gastieren sie beim Poolbar-Festival

Feldkirch – Wenn man heute von der Verbindung zwischen den zwei musikalischen Welten, Klassik und Rock, spricht, kommt man an dieser Band aus Japan nicht vorbei: Mono wurde 1999 in Tokio von Takaakira Goto (Gitarre, Glockenspiel), Hideki Suematsu (Gitarre, Glockenspiel), Tamaki Kunishi (Bass, Gitarre, Piano, Glockenspiel) und Yasunori Takada (Schlagzeug, Glockenspiel, Synthesizer) gegründet.

foto: odyssey booking
Noch spaziert die japanische Band Mono über die Berge. Am Sonntag spielen Takaakira "Taka" Goto (Gitarre), Tamaki Kunishi (Bass), Yasunori Takada (Drums) und Yoda (Gitarre) in Feldkirch auf.

Ihre (meist reinen) Instrumentalkompositionen stehen in der Tradition des Noise-Rock von Sonic Youth oder von Bands wie My Bloody Valentine. Stilistisch werden die Klänge, die zwischen den Polen Ruhe und Sturm oszillieren, unter dem etwas schwammigen Begriff Postrock schubladisiert.

Das Debütalbum Under the Pipal Tree (2001) erschien auf John Zorns Tzadik Label, die erhabenen Soundscapes, die das Quartett inzwischen auf acht Studioalben (das neunte erscheint demnächst) geschaffen hat, belegen aber immer wieder auch die Nähe zu zeitgenössischer Klassik: etwa der Minimal Music.

lemonmaxwell

Um große orchestrale Werke zu schaffen, braucht es nicht immer eine Orchesterbegleitung, dennoch arbeiten die Japaner bisweilen mit 30 Musikern an klassischen Instrumenten zusammen, um emotionale Achterbahnfahrten zu erzeugen. 2014 veröffentlichte die Band zwei entsprechende Alben: The Last Dawn illustriert den entspannten, ruhigen und verträumten Teil. Rays Of Darkness ist im Vergleich dazu extrem laut und viel düsterer. Zudem hört man hier erstmals Gesang.

Auch Licht und Dunkelheit sind zwei zentrale Kategorien der Mono-Welt, zu überprüfen auf dem neuen Album Requiem For Hell, das im Oktober erscheint. Es ist von Dantes Göttlicher Komödie inspiriert: Die Reise führt vom Inferno über Fegefeuer und Läuterung ins Paradies.

Letzterem war der Bandfreund und Chef ihres Labels Temporary Residence Limited, Jeremy deVine, wohl ziemlich nahe, als er erstmals Vater wurde. Die Herztöne seiner ungeborenen Tochter sind Teil eines der neuen Songs. (Gerhard Dorfi, 11.8.2016)

14.8., Feldkirch, Altes Hallenbad / Halle, 21.00

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