Uni-Politik: Rektoren hoffen auf Ende des Dornröschenschlafs

11. August 2016, 11:56
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Präsident Oliver Vitouch erwartet sich von Kanzler und Vizekanzler Verhandlungen zu Uni-Zugang

Wien – Die Rektoren der Universitäten hoffen auf eine neue Art der Universitätspolitik. Weil sich Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) kritisch über Zugangsbeschränkungen zum Informatikstudium geäußert hat, erwartet der Präsident der Universitätenkonferenz, Oliver Vitouch, nun ein "Ende des Dornröschenschlafs" der Regierung.

Die Technische Universität Wien führt mit dem Wintersemester 2016/17 erstmals Zugangsregeln für Informatik ein. Möglich ist dies seit 2013, damals haben SPÖ und ÖVP unter anderem für die Studienfelder Architektur, Biologie, Informatik, Pharmazie und Wirtschaft Zugangsbeschränkungen zugelassen. Kern ist über die Entscheidung der TU nicht glücklich, Wirtschaft und Industrie würden aufgrund der Digitalisierung besonders Informatiker nachfragen.

"Gerade in Zukunftsfeldern wie der Informatik wird es wirtschaftlich und gesellschaftlich essenziell sein, über eine ausreichende Zahl an hochqualifizierten Absolventinnen und Absolventen zu verfügen", gibt Vitouch dem Kanzler in einer Aussendung am Donnerstag recht. Dafür brauche es aber gute Studienbedingungen und eine adäquate Ausstattung der Universitäten.

Kritik an Faymann

Dass sich nun der Kanzler zu unipolitischen Themen äußert, erfreut den Rektor der Universität Klagenfurt. Unter der Kanzlerschaft Werner Faymanns habe der Eindruck vorgeherrscht, dass kaum Interesse am Thema Hochschulen besteht. "Man gewann nicht gerade das Bild, dass der Wettbewerb um die besten Köpfe Chefsache war", sagt Vitouch.

"Nun keimt die Hoffnung, dass der ressortzuständige Vizekanzler Reinhold Mitterlehner gemeinsam mit Kanzler Kern zu einer Übereinkunft gelangt, wie das Thema Universitäten planvoll und zukunftsträchtig entwickelt werden kann", sagt der Präsident der Universitätenkonferenz. Dabei müsse man sich auch unangenehmen Fragen stellen. "Aber Politik ist dafür da, Probleme zu erkennen und zu lösen. Es tut gut zu sehen, dass die große Koalition aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht." (koli, 11.8.2016)

  • "Gerade in Zukunftsfeldern wie der Informatik wird es wirtschaftlich und gesellschaftlich essenziell sein, über eine ausreichende Zahl an hochqualifizierten Absolventinnen und Absolventen zu verfügen", sagt Oliver Vitouch.
    foto: heribert corn

    "Gerade in Zukunftsfeldern wie der Informatik wird es wirtschaftlich und gesellschaftlich essenziell sein, über eine ausreichende Zahl an hochqualifizierten Absolventinnen und Absolventen zu verfügen", sagt Oliver Vitouch.

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