Getöteter IS-Anhänger in Kanada hatte Pläne für Anschlag binnen 72 Stunden

11. August 2016, 19:48
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Verdächtiger, der bei Razzia erschossen wurde, soll Selbstmordanschlag an einem belebten Ort geplant haben

Ottawa – Ein Terrorverdächtiger in Kanada ist laut Medienberichten von Polizisten getötet worden. Der mutmaßliche Islamist soll einen Anschlag an einem belebten Ort geplant haben, wie der Sender CTV unter Berufung auf ein internes Schreiben der Regierung berichtete. Es habe die Sorge bestanden, dass er den Plan schon am Mittwoch in die Tat umsetzen und mitten im Berufsverkehr zuschlagen wollte.

Der Verdächtige, ein Konvertit namens Aaron D., – unterschiedlichen Berichten zufolge soll er 23 oder 24 Jahre alt gewesen sein – sei am Mittwoch in einem Haus in Strathroy nahe Toronto von Polizisten erschossen worden, nachdem er sich und eine weitere Person mit einer Explosion verletzt habe, hieß es bei dem TV-Sender CBC. Er soll als Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt gewesen und unter polizeilicher Beobachtung gestanden sein. Zudem war ihm der Zugang zu sozialen Medien untersagt.

In welcher Stadt er mutmaßlich zuschlagen wollte, blieb zunächst unklar. Allerdings sprach die Polizei davon, dass der Mann sehr konkrete Pläne gehabt habe, innerhalb von 72 Stunden zuzuschlagen. Bei ihm wurde auch Sprengstoff gefunden. Zudem habe er bereits ein Video aufgenommen, in der er sich um IS bekennt, und das offenbar für die Zeit nach dem Anschlag gedacht war. Nach Angaben der Polizei gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass D. Komplizen im Land gehabt habe.

"Glaubwürdige Informationen" über Terrorbedrohung

Die Polizei teilte mit, am Mittwoch glaubwürdige Informationen über eine mögliche terroristische Bedrohung erhalten zu haben. Ein Verdächtiger sei identifiziert worden und es seien "angemessene Maßnahmen ergriffen worden, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten". Weitere Details wurden zunächst nicht bekanntgegeben.

Im Jahr 2014 hatte es in Kanada Anschläge von zwei Einzeltätern gegeben, bei denen zwei Soldaten getötet worden waren. Die damalige Regierung hatte daraufhin die Kompetenzen der Bundespolizei und der Geheimdienste bei der Terrorabwehr deutlich erweitert. (APA, 11.8.2016)

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