Streit über Hotelprojekt beschäftigt Tiroler Staatsanwaltschaft

11. August 2016, 07:00
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Gegen die grüne Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe wurde eine Sachverhaltsdarstellung wegen Amtsmissbrauchs eingebracht

Innsbruck – Der jahrelange Streit um ein Hotelprojekt am Obernberger See im Tiroler Wipptal ist um eine Facette reicher. Nun prüft die Innsbrucker Staatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung wegen Amtsmissbrauchs, die ein Innsbrucker Anwalt im Auftrag der Betreiberfamilie des geplanten Seehotels gegen die Landeshauptmann-Stellvertreterin und Naturschutzreferentin Ingrid Felipe von den Grünen eingebracht hat.

Es geht um das naturschutzrechtliche Verfahren, das Felipe gestoppt hat, um ein weiteres (nicht amtliches) Gutachten in Auftrag zu geben. Seitens des Büros von Felipe sieht man die Prüfung durch die Staatsanwaltschaft gelassen und verweist auf die bisherigen Stellungnahmen zum Fall. Sie sei als Politikerin gewählt, um Entscheidungen zu treffen und dafür geradezustehen.

Seminarhotel statt Alpengasthof

Seit nunmehr sechs Jahren ist das Hotelprojekt Zankapfel. Der Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer befürchtet etwa Beeinträchtigungen im Landschaftsbild und sieht den Erholungswert am See gefährdet. Auch in der Bevölkerung gibt es massiven Widerstand, gilt der Obernberger See doch als beliebtes Ausflugsziel. Den Plan der Betreiberfamilie, den in die Jahre gekommenen Alpengasthof durch eine futuristische Seminar-Hotelanlage mit in den Boden eingelassenen Wohntanks zu ersetzen, hatte die Bezirkshauptmannschaft bereits vor drei Jahren bewilligt. (ars, 11.8.2016)

  • Die grüne Vize-Landeshauptfrau Ingrid Felipe macht sich gegen ein Hotelprojekt stark.
    foto: apa / helmut fohringer

    Die grüne Vize-Landeshauptfrau Ingrid Felipe macht sich gegen ein Hotelprojekt stark.

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