Putin beschuldigt Kiew: Terror statt Frieden gewählt

11. August 2016, 13:41
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Ukraine dementiert Vorwürfe und bezeichnet angeblichen Überfall als Falschinformation

Moskau/Kiew – Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Mittwoch die Ukraine beschuldigt, sich statt für den Frieden für Terror entschieden zu haben. Kiew spiele ein gefährliches Spiel, meinte Putin. Zuvor hatte Russland dem Nachbarn Ukraine den Versuch von Anschlägen auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim vorgeworfen.

Ziel der Aktion ukrainischer Spezialtruppen sei gewesen, Infrastruktureinrichtungen in der Stadt Armjansk anzugreifen, erklärte der russische Geheimdienst FSB.

Bei drei bewaffneten Zusammenstößen mit Saboteuren seien ein FSB-Mitarbeiter und ein Soldat getötet worden. Außerdem seien 20 selbstgebaute Sprengsätze, Munition sowie Waffen aus ukrainischen Armeebeständen sichergestellt worden. Mehrere ukrainische und russische Staatsbürger seien festgenommen worden, so der FSB.

Ukraine dementiert

Kiew wies die Vorwürfe zurück. Die Anschuldigungen seien ein zynischer Vorwand für weitere militärische Drohungen gegen die Ukraine, sagte der Präsident des Landes, Petro Poroschenko am Mittwoch. Auch das Verteidigungsministerium in Kiew wies jede Beteiligung an den angeblichen Vorfällen zurück. Es handle sich um eine Falschinformation.

Kiew verwies zudem auf die eigene militärische Stärke. Die Armee habe genügend Mittel, um das Land verteidigen zu können, sagte der Sprecher des Generalstabes, Wladislaw Selesnjow, am Donnerstag. Die Lage in der Krim-Region habe man im Blick. Der US-Botschafter in Kiew, Geoffrey Pyatt, erklärte am Donnerstag, die USA hätten keine Hinweise darauf, dass ukrainische Spezialkräfte tatsächlich Infrastruktureinrichtungen auf der Krim hätten angreifen wollen.

Russland hatte 2014 die zur Ukraine gehörende Krim nach einer international nicht anerkannten Volksabstimmung annektiert. (red/APA/Reuters, 10.8.2016)

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