Polizei schloss boomenden Drogensupermarkt

10. August 2016, 16:28
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Drei Festnahmen in Wien – Suchtmittel im Wert von einer halben Million Euro sichergestellt – Auch burgenländische Ermittler nahmen Drogenlieferanten fest

Wien – Boomendes Geschäft durch gute Qualität zum fairen Preis: Dieses Rezept funktioniert auch dann, wenn die Ware nicht Teil des legalen Markts ist und der Verkaufsort eigentlich keine Frequenzlage aufweist. Das bewiesen Betreiber eines Drogensupermarkts in Wien-Margareten, der von der Polizei geschlossen wurde.

Die beiden Betreiber – Männer um die 40 – und ein Marihuanalieferant, ein Herr in den 50ern, sind nach Angaben der Polizei vom Mittwoch in Haft. Der Lieferant – er baute Marihuana in der Steiermark an – wurde bereits nicht rechtskräftig zu einer teilbedingten Haftstrafe verurteilt. In dem Drogensupermarkt, der in einer ehemaligen Ledermanufaktur in Hoflage eingerichtet war, sollen die Betreiber von Anfang 2015 bis April 2016 nach Hochrechnungen der Polizei Suchtmittel im Straßenverkaufswert von 900.000 Euro vertrieben haben. Drogen im Wert von fast einer halben Million Euro wurden noch sichergestellt.

foto: apa / lpd wien
Die Verkaufsstätte in Wien-Margareten.

Das Sortiment war umfangreich: Im Angebot fanden sich Kokain, Amphetamine, Ecstasy, Liquid Ecstasy, Marihuana mit hohem THC-Gehalt, Cannabisharz, LSD-Trips und -Würfel, Kokablätter und Streckmittel. Das Kokain wies einen Reinheitsgrad von 75 Prozent auf, "das findet man sehr selten", erläuterte Abteilungsinspektor Christoph Hackl von der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) bei einer Pressekonferenz. Magic Mushrooms wurden angepriesen mit dem Hinweis: Du hast was im Magen und Spaß daran.

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Das sichergestellte Suchtgift auf einen Blick.

Ebenso gut wie die Qualität war offenbar der Service: Für Konsumenten von LSD mit Würfelzucker gab es nicht nur die weiße Version, sondern auch braunen Zucker. Wer sich nicht so gut auskannte mit Drogen, dem ging man beim Strecken zur Hand. Kostproben waren möglich. Im Geschäft kam es zu Wartezeiten von einer halben Stunde. Es gab übrigens geregelte Öffnungszeiten: Montags, dienstags, donnerstags und freitags von 12.00 bis 18.00 oder 19.00 Uhr. Mittwochs war geschlossen.

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Ecstasy, Speed, Kokain: nur ein Teil der großen Auswahl.

Die EGS war über ihre üblichen Kontakte an U4-Stationen auf den Standort aufmerksam geworden – und weil ungewöhnlich viele Drogenkonsumenten den Hinterhof in der Grohgasse ansteuerten. Bis zu 14 Kunden pro Stunde beobachteten sie, als sie den Drogensupermarkt zunächst diskret in Augenschein nahmen. Als ein größeres Team – als Polizisten erkennbar – zur Durchsuchung anrückte, waren die Geschäfte gerade am Laufen und die Kunden offenbar gar nicht misstrauisch: "Ist heute eine Vertretung da? Ich krieg' bitte einen Deka", zitierte Hackl die an einen seiner Kollegen gerichtete Frage eines Kunden.

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Unter anderem wurden 3.000 Stück Ecstasy-Tabletten und 800 LSD-Trips sichergestellt.

Zum Räumen des Geschäfts benötigten die Beamten zwei Tage, zumal die Betreiber dafür gesorgt hatten, dass die Waren nicht offen herumlagen – um nicht potenzielle Ladendiebe in Versuchung zur führen. Die sichergestellten Drogen fanden sich sortiert unter anderem vakuumverpackt, in Marmeladegläsern, Frischhalte- oder Medikamentenboxen.

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"In unserem Auto riecht es immer noch nach Marihuana", sagte Abteilungsinspektor Christoph Hartl von der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS).

Aus der Plantage in der obersteirischen Hochschwabregion transportierten die Fahnder in einem Kombi säckeweise Kraut ab. "In unserem Auto riecht es immer noch nach Marihuana", sagte Hackl schmunzelnd.

Weiterer Drogenlieferant festgenommen

Auch burgenländische Ermittler konnten einen 32-jährigen Drogenlieferanten ausforschen und festnehmen. Dem Mann waren die Beamten über zwei Cannabiskonsumenten in Neusiedl am See auf die Schliche gekommen. Die beiden gaben an, das Suchtgift von einem 21-jährigen Niederösterreicher zu haben, der wiederum von dem 32-Jährigen beliefert worden sein soll, teilte die Exekutive am Mittwoch mit.

Bei Hausdurchsuchungen an den Wohnadressen des Niederösterreichers und des 32-Jährigen aus dem Senegal stellten die Ermittler geringe Mengen Suchtgift fest. Beim mutmaßlichen Hauptlieferanten entdeckten die Beamten außerdem weitere Beweismittel, die auf den Handel mit Drogen schließen lassen. Der 32-Jährige wurde in eine Justizanstalt gebracht. Der 21-Jährige wurde angezeigt. (red, APA, 10.8.2016)

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