Telefonieren, fotografieren, klatschen

9. August 2016, 17:48
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Golfer Bernd Wiesberger glaubt fest an seine Leistungsfähigkeit

Barra – Die Rückkehr des Golfsports nach mehr als 100 Jahren wird von Misstönen begleitet. Die besten Vier der Herren-Weltrangliste und etliche andere Qualifizierte haben abgesagt. Die Angst vor Zika, Terminkollisionen und persönliche Gründe wurden angeführt. Kritiker sehen finanzielle Motive und Geringschätzung des ersten Olympiaturniers seit 1904 als tatsächliche Ursachen.

Das Fehlen der Superstars Jason Day, Dustin Johnson, Jordan Spieth und Rory McIlroy könnte sich so oder so auf Programmentscheidungen ab 2020 auswirken. "Für den Golfsport wäre es wichtig und optimal gewesen, wenn das Feld so stark wie möglich gewesen wäre. Die Absagen sind nicht hilfreich, aber man muss abwarten, wie das Turnier ankommt. Ich glaube, dass Golf zu den Spielen gehört", sagte Österreichs Starter Bernd Wiesberger.

Für Verbandssportdirektor Niki Zitny sind weder Zika noch Finanzen die tatsächlichen Gründe. "Die Leute, die nicht kommen, haben genug Geld." Vielmehr würden die vielen Unbekannten eine Rolle spielen. "Es geht eher um die Planung, auch vom Aufwand her. Es ist Neuland, nicht das gewohnte Umfeld für diese Superstars, mit ihren Betreuern, mit denen sie normalerweise reisen können." Wiesberger mag das Leben im olympischen Dorf. "Man sieht andere Sportler, das ist auch ein Teil, der diese Woche sehr speziell macht. Das sollte man genießen."

Der neu gebaute Par-71-Kurs in Barra sollte dem 30-Jährigen liegen. Zuletzt war der Burgenländer nicht gerade brillant unterwegs, bei den Britsh Open und den PGA Championships verpasste er den Cut. "An der Herangehensweise hat das nichts geändert. Ich traue mir immer alles zu. Ob die Nummern eins bis vier dabei sind, mindert meinen Glauben an meine Leistungsfähigkeit nicht. Es hängt von mir ab, ob ich es abrufen kann." Am Donnerstag geht es los, gespielt werden auf jeden Fall vier Runden, es gibt keinen Cut.

Die Anlage sei, so Wiesberger, interessant. "Ein Linkskurs mit Bunkern und Wasser, großen Grüns, vom Tee nicht so schwer, mit viel Wind. Das kann ich." Die Brasilianer werden kein fachkundiges Publikum sein. "Das könnte zum Problem werden, wenn sie telefonieren, fotografieren, klatschen", sagte Zitny. (red, APA, 10.8.2016)

  • Bernd Wiesberger geht davon aus, den Kurs in Barra im Griff zu haben. "Ich traue mir immer alles zu."
    foto: reuters/andrew boyers

    Bernd Wiesberger geht davon aus, den Kurs in Barra im Griff zu haben. "Ich traue mir immer alles zu."

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