Wenn's Nacht wird bei Sobotka

Einserkastl9. August 2016, 17:43
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Unser Innenminister tauscht in der Nacht das harte Tagesgeschäft des Österreich-Bewachers gegen das Gut-Tun des Gärtners

In Zeiten, da eh alles so traurig ist (Terror, Krieg, Flüchtlingsleid, ein kranker Tenno, der nicht in den Ruhestand gehen darf), zahlt es sich aus, Lichtblicke zu suchen. Und es ist gar nicht so schwierig, sie zu finden. Unser Innenminister etwa: Er ist so ein Lichtblick – sogar in der Nacht.

Dann nämlich tauscht er das harte Tagesgeschäft des Österreich-Bewachers gegen das Gut-Tun des Gärtners. Und da beweist der strenge, schwarze Niederösterreicher sein Herz, sein grünes Herz.

Während unsereins sich schon faul ins Bettchen kuschelt, "arbeite ich, wenn ich um 23 Uhr nach Hause komme, oft bis zwei Uhr nachts im Garten", ließ er den Kurier nun wissen. Trotzdem fordert der Zeitaufwand fürs Amt seinen Tribut. Der (bestens beleuchtete) Garten sei "etwas verwittert", musste Sobotka eingestehen. Das freilich lässt sich mit grünem Daumen rasch reparieren, denn "im ewigen Rad der Natur ... spürt man sofort, welche Folgen das Eingreifen des Menschen hat". Da kann sich sogar die niederösterreichische Politik etwas abschauen.

Am "Ort des Erlebens von Gartenräumen" lässt der Minister dann auch die Grenzen Grenzen sein. Da öffnet er floralen Zuwanderern Herz und Wiese, lässt "ungewollte Pflanzengäste wie die Akelei" (Kurier) sich ansiedeln, jenes hübsch blühende Hahnenfußgewächs, das wächst, wo es will.

Und das alles in einem "Schattengarten"! Wenn das kein Lichtblick ist. (Renate Graber, 9.8.2016)

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