SPÖ Dornbirn stellt Vorarlberger Parteichef infrage

9. August 2016, 14:41
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Die Dornbirner Parteikollegen kritisieren Michael Ritsch. Stadtparteivorsitzender Greber will den Parteitag vorziehen

Bregenz – Die SPÖ Dornbirn hat in der Vorstandssitzung im Juli den Wunsch nach einer Vorverlegung des erst für 2017 anvisierten Landesparteitags geäußert. Dabei soll vor allem die Obmannfrage geklärt werden, bestätigte der Stadtparteivorsitzende der SPÖ Dornbirn, Gebhard Greber, einen Bericht des ORF Vorarlberg. Entschieden wird darüber in einer Vorstandssitzung im September.

"Wir müssen einige Dinge klären, die nicht auf die lange Bank geschoben werden dürfen. Dazu gehört auch die Obmannfrage", sagte Greber, der als einer der heftigsten Kritiker des Landesparteivorsitzenden Michael Ritsch gilt. In Vorarlberg herrsche ein "Schwebezustand", der sobald wie möglich überwunden werden müsse. Damit meinte der Dornbirner Stadtvorsitzende, dass noch nicht klar sei, wer die SPÖ in die nächste Landtagswahl führen werde, außerdem gebe es immer wieder interne Kritik an Ritsch.

"Im Bund endlich gehandelt"

Hinsichtlich seiner Anfrage nach einem vorverlegten Parteitag verwies Greber auf die Bundespartei. "Im Bund hat man endlich gehandelt", spielte er auf die Ablösung von Werner Faymann durch Christian Kern an der SP-Spitze an und bezeichnete die am außerordentlichen Bundesparteitag getroffenen Entscheidungen als "sehr gut". Auch in Vorarlberg müsse diese Diskussion geführt werden.

Ritsch selbst hatte nach den schlechten Ergebnissen der Landtagswahl 2014 (8,77 Prozent) einen Erneuerungsprozess angestrengt und eine erneute Kandidatur öffentlich von dessen Ergebnissen abhängig gemacht. Intern hatte er allerdings versichert, bei einem Verbleib Faymanns an der Spitze nicht mehr für das Amt des Landesparteivorsitzenden verfügbar zu sein. Das habe sich nach dem Wechsel zu Kern deutlich verändert, versicherte Ritsch auf Nachfrage. Er kenne den neuen Bundesparteichef bereits lang, sei zu einem seiner Stellvertreter gewählt worden und extrem motiviert, Kern in die kommenden Nationalratswahl zu begleiten. "Natürlich stelle ich mich wieder der Wahl."

Geschäftsführer für Parteitag im Frühjahr

Der wahrscheinlichste Gegenkandidat in einer vorgezogenen Obmannwahl wäre der Dornbirner Thomas Hopfner, der in der Vergangenheit bereits mehrfach Ambitionen in diese Richtung gezeigt hatte. Der ebenfalls häufig als Ritsch-Nachfolger gehandelte Bludenzer Mario Leiter, scheidet hingegen aus, weil er nach wie vor nicht SPÖ-Parteimitglied ist.

Der bisher letzte Parteitag der SPÖ Vorarlberg fand sechs Wochen vor der Landtagswahl 2014 statt. Laut Statuten ist eine Wiederholung alle drei Jahre vorgesehen. "Ob das allerdings im April oder im November ist, das entscheidet der Parteivorstand", erklärte Landesgeschäftsführer Reinhold Einwallner, der schon aus Kostengründen für einen frühen Termin im Frühjahr ohne einen außerordentlichen Parteitag noch in diesem Jahr plädiert. (APA, 9.8.2016)

  • Der Wahlkampf von Michael Ritsch im Jahr 2014 wurde parteiintern nicht nur positiv gesehen.
    foto: apa/dietmar stiplovsek

    Der Wahlkampf von Michael Ritsch im Jahr 2014 wurde parteiintern nicht nur positiv gesehen.

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