Israel nimmt UN-Mitarbeiter wegen mutmaßlicher Hilfe für Hamas fest

9. August 2016, 14:08
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Nach Festnahme von World-Vision-Direktor wegen Hamas-Unterstützung

Jerusalem – Im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen die US-Hilfsorganisation World Vision hat Israel auch einen palästinensischen UN-Mitarbeiter festgenommen. Wahhed Borsh, der seit 2003 für das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) arbeitet, sei am 16. Juli festgenommen und nun vor einem Zivilgericht angeklagt worden, teilte die israelische Regierung am Dienstag mit.

In der Erklärung heißt es unter Berufung auf den israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Beth, Borsh habe seinen Posten für die Unterstützung der "terroristischen und militärischen Aktivitäten" der radikalislamischen Palästinenserbewegung Hamas genutzt. Bereits am Donnerstag hatte Israel den World-Vision-Direktor im Gazastreifen, Mohammed Halabi, unter dem Vorwurf festgenommen, seit Jahren 7,2 Millionen Dollar (6,5 Millionen Euro) jährlich an die Hamas geleitet zu haben.

World Vision: Keine Beweise gesehen

World-Vision-Präsident Kevin Jenkins versicherte in einer Erklärung am Dienstag, seine Organisation werde "rasch und entschlossen handeln, wenn sich der geringste der Vorwürfe als zutreffend erweist". Allerdings hätten sie noch nicht "den mindesten Beweis" gesehen. World Vision ist mit mehr als 40.000 Mitarbeitern in knapp hundert Ländern eine der größten Hilfsorganisationen der Welt.

Das israelische Parlament hatte am 12. Juli ein Gesetz beschlossen, das Nichtregierungsorganisationen, die sich vor allem mit öffentlichen Mitteln aus dem Ausland finanzieren, verpflichtet, dies bei allen Aktivitäten offenzulegen. Linke Parteien und arabische Gruppierungen in Israel lehnen die Neuregelung vehement ab. Das Gesetz wird als Angriff auf die Meinungsfreiheit kritisiert. (APA, 9.8.2016)

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