Herr John Stones um 56 Millionen zu Manchester City

9. August 2016, 13:19
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Guardiola-Klub zahlt Fantasiesumme an Everton und macht 22-Jährigen zum zweitteuersten Verteidiger aller Zeiten

Manchester – Wenige Stunden nach dem Rekordwechsel von Paul Pogba zu Manchester United hat auch der Stadtrivale tief in die Tasche gegriffen. Manchester City vermeldete am Dienstag die Verpflichtung des Verteidigers John Stones von Everton.

Der Kaufpreis für den 22-jährigen englischen Teamverteidiger? 56 Millionen Euro. Stones ist damit hinter David Luiz (2014 um 58.5 Millionen von Chelsea zu PSG) der zweitteuerste Verteidiger aller Zeiten. Stones ist der sechste große Transfer des neuen City-Zampanos Josep Guardiola und erhält einen Sechsjahresvertrag. Insgesamt verpflichteten die Citizens im Sommer bisher acht neue Spieler und haben dafür (bereinigt um Einnahmen) über 175 Millionen Euro ausgegeben. Man befindet sich damit ungefähr im Bereich Uniteds. Zum Vergleich: Die entsprechende Größenordnung bei Bayern München beträgt weniger als 20 Millionen.

Enorme Wertsteigerung

Die Finalisierung des Deals kam heraus, als die Uefa Dienstagfrüh den City-Kader für das nächstwöchige CL-Qualifikationsduell mit Steaua Bukarest veröffentlichte. Stones schien darin als Nummer 24 der Citizens auf. Guardiola war den ganzen Sommer hinter dem zentralen Abwehrmann her, doch Everton zierte sich. Bereits vor einem Jahr war Jose Mourinhos Chelsea hinter ihm her gewesen. Bei den Toffees spielte Stones seit 2013, David Moyes hatte ihn um etwa 3,5 Millionen von Barnsley verpflichtet – eine hübsche Wertsteigerung und ein ebensolches Geschäft für die Liverpooler. Auch für Stones' Stammklub fällt noch ein hübsches Sümmchen ab: Zweitligist Barnsley kassiert für den Weiterverkauf immerhin noch etwa acht Millionen.

City-Sportchef Txiki Begiristain kommentierte die Verpflichtung auf der Klub-Website wie folgt: "Wir haben hart gearbeitet um John zu holen und freuen uns, dass er jetzt zu uns stößt. Wir glauben, dass wir einen der besten Zentralverteidiger Europas verpflichtet haben." Stones selbst gab sich entzückt über diesen neuen Karriereabschnitt. City nannte er einen Klub mit Ambitionen und einem großartigen Trainer. Er könne es nicht erwarten, mithelfen zu dürfen, die Ziele seines neuen Arbeitgebers auch zu realisieren. "Ich werde alles geben."

Pluspunkt spielerische Fertigkeiten

Stones debütierte 2014 für die englische Nationalmannschaft, bis dato hat er zehn Partien für die Three Lions absolviert. Er stand auch im Aufgebot für die Euro in Frankreich, kam dort jedoch keine einzige Minute zum Einsatz. Der junge Mann ist pfeilschnell und gilt als guter Kopfballspieler. Vor allem jedoch ist er in der Lage, aus der Verteidigung heraus das Spiel zu eröffnen. Stones verliert kaum einmal die Fassung und sucht auch unter Druck gerne die spielerische Lösung. Die letzte Saison bei Everton verlief jedoch nicht ganz nach Wunsch, Stones ließ Konstanz vermissen.

In den letzten beiden sommerlichen Transferfenstern hatte City über 75 Millionen für zwei Innenverteidiger (den Franzosen Mangala und den Argentinier Otamendi) locker gemacht. Und auch Kapitän Vincent Kompany ist ein Mann für das Zentrum. Doch der Belgier hatte zuletzt immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Von den technischen Fertigkeiten seines übrigen Personals scheint Guardiola, der in den letzten Jahren immer wieder Mittelfeldspieler als Innenverteidiger aufgeboten hatte, nicht restlos überzeugt. (bausch, 9.8. 2016)

  • Im englischen Fußball sitzt das Börsel diesen Sommer sehr locker.
    foto: reuters/keogh

    Im englischen Fußball sitzt das Börsel diesen Sommer sehr locker.

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  • Ball am Fuß, damit fühlt sich John Stones wohl – ungewöhnlich für einen englischen Verteidiger.
    foto: reuters/cairnduff

    Ball am Fuß, damit fühlt sich John Stones wohl – ungewöhnlich für einen englischen Verteidiger.

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