Die Mehrheit der Flüchtlinge in Wien ist privat untergebracht

9. August 2016, 11:57
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Der Kostenanteil der Stadt Wien wird in diesem Jahr mit 104 Millionen Euro veranschlagt

Wien – In Wien befinden sich derzeit 20.400 Flüchtlinge in der Grundversorgung. Das sind jene Personen, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen sind. Die Bundeshauptstadt kümmert sich damit um knapp ein Viertel der österreichweit 83.600 Menschen in Grundversorgung. Länder übernehmen dabei 40 Prozent der Kosten, den Rest bezahlt der Bund. Wien hat dafür heuer rund 104 Millionen Euro budgetiert.

62 Prozent privat untergebracht

Von den 20.400 Menschen sind laut dem Büro des Flüchtlingskoordinators Peter Hacker weniger als die Hälfte – rund 38 Prozent – in organisierten Quartieren untergebracht. Diese teilen sich wiederum in 80 fixe Unterkünfte und 20 Notquartiere auf. Die regulären Einrichtungen, die sich auf 59 Standorte verteilen, verfügen aktuell über rund 4.700 Plätze. In den provisorischen Notquartieren nächtigen darüber hinaus rund 3.000 Personen.

Die restlichen etwa 62 Prozent – mehr als 12.000 Flüchtlinge – sind in privaten Quartieren untergebracht. Zum Vergleich: Vor einem halben Jahr (Stichtag: 17. Februar) betrug die Privatquote bei einer ähnlichen Anzahl von Menschen in der Grundversorgung (20.600) lediglich 45 Prozent.

Hacker will diesen Anteil bis Jahresende auf 65 bis 70 Prozent heben. Vor der großen Fluchtbewegung im Herbst 2015 sei man schon bei 80 Prozent gewesen. "Das war sensationell", sagte er.

Die meisten Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien

Nach Herkunft betrachtet, kommt rund die Hälfte aller Flüchtlinge in der Wiener Grundversorgung aus Afghanistan (5.400) und Syrien (5.200). Dahinter folgen Menschen aus dem Irak (2.700), Russland (1.400) und dem Iran (1.000). Die Bundeshauptstadt beherbergt derzeit übrigens 857 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – 113 von ihnen sind jünger als 14.

Wenn Flüchtlinge einen positiven Asylbescheid oder den Status eines subsidiär Schutzberechtigten – dabei bekommen sie keinen Asylstatus, können aber auch nicht in ihr Heimatland zurückgeschickt werden – erhalten, fallen sie aus der Grundversorgung. Finden sie keinen Job oder haben einen zu geringen Verdienst, haben sie Anspruch auf Mindestsicherung.

In Wien erhielten 2015 insgesamt 180.646 Menschen diese Sozialleistung. 17,4 Prozent davon waren asylberechtigt oder subsidiär schutzberechtigt. Für 2016 gibt es noch keine Zwischenerhebungen. (APA, 9.8.2016)

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