Neues Gesetz soll fremde Software für WLAN-Router einschränken

10. August 2016, 09:36
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Technologieministerium legt Gesetzesentwurf vor – Router sollen mit technischen Sperren versehen werden

Alternativer Software für WLAN-Router geht es an den Kragen. Künftig sollen Hardwarehersteller ihre Geräte mit technischen Sperren versehen, damit darauf keine fremde Software installiert werden kann, mit deren Hilfe die Funkeigenschaften des Routers erweitert werden können. Dies geht aus einem aktuellen Gesetzesentwurf (Funkanlagen-Marktüberwachungsgesetz) des zuständigen Ministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie hervor. Damit will man eine entsprechende Richtlinie der EU-Kommission umsetzen. Vergleichbare Regelungen gelten bereits in den USA.

Stabilere und stärkere WLAN-Verbindungen

Mit alternativer Software können Nutzer relativ einfach stabilere und stärkere WLAN-Verbindungen, etwa durch die Erhöhung der Sendeleistung oder die Nutzung bestimmter Frequenzen, aufbauen. Dabei kann es allerdings zu "Störungen beim Betrieb anderer Geräte" und Netze kommen, wie das Ministerium schreibt. Dies will man mit dem neuen Gesetz unterbinden. Auch wird betont, dass schon jetzt die Erhöhung der Sendeleistung des Routers verboten ist.

Router mit Sperre bereits im Handel

Prinzipiell bleibt es weiterhin erlaubt, fremde Software auf seinem Router zu installieren, solange mit dieser die "funktechnischen Eigenschaften" des Geräts nicht verändert werden können. Wie das vonstattengehen soll, ist allerdings fraglich, haben doch einige Routerhersteller, wie TP-Link, bereits Geräte mit Sperren versehen, welche die Installation alternativer Software verhindert. Für manche Hardware-Produzenten ist es auch ein zu großer Aufwand, lediglich die Funk-Firmware vollständig gegen Manipulation abzusichern und das restliche System aber offen zu lassen. Sie sperren einfach alles, um den Vorschriften zu genügen.

Beliebt

Offene Gerätesoftware für Router, wie etwa die Linux-Distributionen DD-WRT oder Open-WRT, erfreuen sich in Österreich großer Beliebtheit. Sie geben Nutzern Kontrolle über ihre Hardware und erlauben es, Geräte mit zusätzlichen Features wie VPN oder einer starken Firewall zu versehen. Auch finden sich in vielen Standard-Routern oftmals gravierende Sicherheitslücken, da sich manche Hersteller nicht um Updates scheren. Zusätzlich werden in Geräten immer wieder Hintertüren gefunden, die fremden Zugriff ermöglichen. (sum, 10.8. 2016)

  • Auf neuen WLAN-Routern wird es schwierig werden, alternative Firmware zu installieren.
    foto: apa

    Auf neuen WLAN-Routern wird es schwierig werden, alternative Firmware zu installieren.

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