Atemnot: Tesla-Autopilot brachte Fahrer sicher ins Krankenhaus

9. August 2016, 10:44
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37-jähriger US-Amerikaner erlitt eine Lungenembolie und ließ sich von Autopilot chauffieren

Nach einer Reihe von schlechten Nachrichten darf sich Tesla wieder über eine positive Meldung in Bezug auf das Autopilotsystem seiner E-Autos freuen: Der 37-jährige Anwalt Joshua Neally erlitt während der Fahrt in seinem Tesla eine Lungenembolie und entschloss sich, den Autopiloten übernehmen zu lassen. Dieser brachte ihn sicher in ein rund 35 Kilometer entferntes Krankenhaus.

Regelmäßig Lenkrad berühren

Neally berichtet gegenüber einem US-Lokalsender von den "schlimmsten Schmerzen", die er je empfunden habe. Nach einer kurzen Überlegung, ob er anhalten und auf einen Krankenwagen warten solle oder selbst ins Krankenhaus fahren könnte, entschied er sich für letztere Variante – wenngleich der Autopilot den Großteil der Arbeit übernahm. Die Tesla-Software fährt nur weiter, wenn der Fahrer regelmäßig das Lenkrad berührt. Fällt der Fahrer komplett aus, bleibt das Auto am Straßenrand stehen. So soll verhindert werden, dass ein Tesla in andere Autos kracht.

"Vielleicht Leben gerettet"

Das wusste Neally, weshalb er sich für die riskantere Variante der Autopilotnutzung entschied. Das Tesla-System brachte Neally bis zur richtigen Autobahnabfahrt, den Rest des Weges konnte der US-Amerikaner trotz großer Schmerzen absolvieren. Der Tesla habe vielleicht sein Leben gerettet, ihm aber jedenfalls geholfen, sagt Neally zum Lokalsender KY3. Er sei dankbar, dass er in dieser Situation einen Tesla gefahren habe.

In Verruf geraten

Das Autopilotsystem des Herstellers war nach einer Reihe von Unfällen in Verruf geraten. Ein Tesla-Nutzer war bei einem Ausfall des Autopiloten sogar tödlich verunglückt. Die Software hatte einen Lkw mit weißer Plane nicht als fremdes Objekt identifiziert. Daraufhin wurde Tesla heftig attackiert, Verkehrsbehörden weltweit untersuchen das Autopilotensystem. "Es wird nie perfekt sein – Technologie kann nie perfekt sein –, aber ich denke, dass das System Autofahren sicherer und besser macht", sagt Neally. In seinem Fall hat sich das jedenfalls bewahrheitet. (red, 9.8.2016)

  • Die Nutzung des Tesla-Autopiloten half einem Kunden in einer medizinischen Notsituation.
    foto: reuters/staff

    Die Nutzung des Tesla-Autopiloten half einem Kunden in einer medizinischen Notsituation.

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