Facebook-Post "zerstört Leben": 115.000 Dollar Schadensersatz

9. August 2016, 10:00
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Ein Unbekannter hatte behauptet, dass in den Hotels eines 74-Jährigen Pädophile verkehren

Ein 74-jähriger Australier erhält 115.000 Dollar Schadensersatz, weil er und sein Unternehmen in einem Facebook-Post diffamiert worden sind. Ein unbekannter Facebook-Nutzer, der sich später als ein Elektriker entpuppte, hatte behauptet, dass in den zwei Hotels, die der 74-Jährige betreibt, Pädophile ein- und ausgehen würden. Er konnte dafür keinerlei Beweise präsentieren, sogar Indizien blieb der Elektriker schuldig.

Angriffe

Der Hotelbetreiber litt dennoch enorm unter dem Facebook-Beitrag. Er wurde sowohl mittels anonymer Telefonanrufe als auch im echten Leben bedroht, einmal sogar zusammengeschlagen. Er musste umziehen, um die Causa hinter sich zu lassen. Vor Gericht gab er an, der Post habe "sein Leben zerstört".

Deshalb hat ihm ein australisches Gericht jetzt Schadensersatz zugesprochen. "Die Anonymität, Schnelligkeit und potenziell große Reichweite von sozialen Medien macht sie zu einem gefährlichen Werkzeug, wenn selbsternannte 'Whistleblower' und Fanatiker etwas verbreiten wollen", sagte die Richterin laut "Sydney Morning Herald".

Keine Richtigstellung

Der verurteilte Elektriker verteidigte sich damit, als Vater vor den Gefahren von Pädophilie warnen zu wollen. Allerdings hatte er mehrfach eine Änderung des Facebook-Beitrags sowie eine Richtigstellung abgelehnt, obwohl ihn der Hoteleigner darum "angefleht" haben soll, wie der "Sydney Morning Herald" schreibt. (red, 9.8.2016)

  • Äußerungen auf Facebook können drastische Konsequenzen haben, wie nun ein Australier erfuhr.
    foto: reuters/wilking

    Äußerungen auf Facebook können drastische Konsequenzen haben, wie nun ein Australier erfuhr.

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