Besetzung der "Pizzeria Anarchia": Nur ein Mann angeklagt

9. August 2016, 09:48
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Die Räumung eines besetzten Hauses hat vor zwei Jahren für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt, aber nur zu einer Anklage

Wien – Der polizeiliche Großeinsatz sorgte 2014 für Aufsehen: Knapp 1.500 Polizisten räumten das besetzte Haus in der Mühlfeldgasse im zweiten Wiener Gemeindebezirk. Unter dem Titel "Pizzeria Anarchia" hatten zahlreiche Personen die Immobilie besetzt. 19 Menschen wurden auf freiem Fuß angezeigt, und es kam zu nur einer Anklage, wie "orf.at" nun berichtet.

Von den Hausbesetzern stammten laut Innenministerium sieben aus Österreich, sieben aus Deutschland, drei aus Rumänien und je eine Person aus Großbritannien und Tunesien. Der Brite wurde wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und schwerer Sachbeschädigung im Herbst des Vorjahres angeklagt. Das Verfahren wurde jedoch abgebrochen, da der Aufenthaltsort des Mannes nicht mehr festgestellt werden konnte, bestätigte eine Sprecherin des Wiener Landesgerichts für Strafsachen dem ORF. Es gebe auch keinen Haftbefehl. In den restlichen Fällen sei es zu gar keiner Anklage gekommen, denn auch hier konnten die Hausbesetzer nicht mehr ausgeforscht werden.

870.000 Euro Kosten

Der Großeinsatz verursachte Kosten von 870.0000 Euro. Die Kosten konnten von den Hauseigentümern, die die Besetzer selbst eingeladen hatten, kostenfrei einzuziehen, nicht mehr zurückgeholt werden. Denn wenn ein Gerichtsvollzieher die Polizei um Assistenz bittet, ist sie zum Einsatz verpflichtet. Der Vorwurf gegen die Hauseigentümer: Es wird vermutet, dass durch Einladung der "Punks" die letzten verbliebenen Mieter hinausgeekelt werden sollten. Die Immobilie wurde nach der Räumung auch renoviert und das Dachgeschoß wurde ausgebaut. (red, 9.8.2016)

  • Die Besetzer errichteten Barrikaden aus Sperrmüll, Möbeln und Absperrgeländern. Daher kam auch ein Panzerfahrzeug der Polizei zum Einsatz.
    foto: reuters/leonhard foeger

    Die Besetzer errichteten Barrikaden aus Sperrmüll, Möbeln und Absperrgeländern. Daher kam auch ein Panzerfahrzeug der Polizei zum Einsatz.

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