"The Last: Naruto The Movie": Wenn Super-Ninjas lieben lernen

8. August 2016, 17:53
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Aus Masashi Kishimotos Anime-Erfolgsreihe

Wien – Manche Dinge erscheinen etwas opak. Etwa wenn sich Toneri Otsutsuki das Byakugan von Hanabi Hyuga transplantiert, um durch diese Chakrenkombination das Tensaigan zu reaktivieren und einen Golem zu erschaffen, der stark genug ist, dass selbst Karuma, das neunschweifige Biju, tüchtig ins Schwitzen gerät. So geschieht es, man mag es glauben oder nicht, in The Last: Naruto The Movie, einem Film, der bei Fans der japanischen Manga- und Anime-Reihe Naruto für Freude und Diskussionen sorgt. Alle anderen können das Geschehen einfach so hinnehmen, wie es über knappe zwei Stunden ausgebreitet wird.

Dabei geht es recht niederschwellig los. Eine kurze Einführung fasst die sich über 699 von 700 Kapiteln des Mangas erstreckende Vorgeschichte so zusammen, dass man sie gleich wieder zu den geistigen Akten legen kann. The Last: Naruto The Movie ist nämlich einerseits ein abgeschlossener Einschub zu Masashi Kishimotos Erfolgsreihe, macht zugleich aber auch deren Epilog nachvollziehbarer. Anders als der Titel vermuten lässt, ist es tatsächlich auch nicht der letzte Naruto-Film: ein weiterer, der elfte, wurde in Japan bereits veröffentlicht.

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Kishimotos Epos verfolgte den Weg Naruto Uzumakis vom tollpatschigen Ninja-Schüler zum Weltenretter. Diese Entwicklung ist nun bereits abgeschlossen, humorige Missgeschicke müssen somit außen vor bleiben. Stattdessen ist Romantik angesagt. Zwar droht nebenbei auch Bösewicht Toneri den von ihm kontrollierten Mond peu à peu auf die Welt der mit allerhand Superkräften gesegneten Ninjas zu stürzen – das wahre Abenteuer ist jedoch das der wachsenden Liebe zwischen Naruto und seiner trotz knapper Dienstbekleidung recht schüchternen Teamgefährtin Hinata.

Was zählt, ist der finale Kuss

Während unter wahren Naruto-Aficionados die Wogen hochgehen, weil viele Hinata lieber mit dem dritten Ninja von links verkuppelt hätten, bleibt diese Romanze für alle Novizen primärer Anker einer Handlung, deren zunehmende Rückblenden und Nebenfigur-Cameos keine vollständigen filmimmanenten Erklärungen mehr finden können und deren Kämpfe Regisseur Tsuneo Kobayashi recht beliebig inszeniert.

Dabei kann das Abenteuer optisch durchaus gefallen. Besonders die Spezialität von Narutos blassem Kumpan Sai, der Tuschezeichnungen zum Leben erweckt, sieht einfach gut aus. Wenn in einer Ruinenstadt riesige Bäume wachsen, deren Form an Atompilze erinnert, mag man darin ein nationales Trauma verarbeitet sehen. Mit Ausnahme des Schals, den Hinata immer wieder für Naruto zu stricken beginnt, steht derlei Symbolik aber nicht im Zentrum des Films. Was zählt, ist ein buntes Gebräu an Action und der finale Kuss. (Dorian Waller, 8.8.2016)

In ausgewählten Kinos am 11., 13. und 14. 8.

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Termine der Vorstellungen in Wien, St. Pölten und Innsbruck hier

  • Zum Weltenretter hat es Ninja-Schüler Naruto Uzumaki längst gebracht. Nächstes Level: die Liebe.
    foto: polyfilm

    Zum Weltenretter hat es Ninja-Schüler Naruto Uzumaki längst gebracht. Nächstes Level: die Liebe.

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