Junge Sonnenblumen folgen der Sonne mithilfe ihrer inneren Uhr

9. August 2016, 08:00
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US-Forscher wiesen Wachstumsvorteil durch Schwenkbewegung der Blüten nach

Davis – Junge Sonnenblumen verfolgen die Sonne im Tagesverlauf nach Westen, drehen ihre Blüte aber nachts wieder nach Osten. Sind sie ausgewachsen, schauen sie aber nur noch nach Osten. Wissenschafter haben herausgefunden, was dahinter steckt.

In der Früh scheinen Sonnenblumen den Sonnenaufgang mit nach Osten gerichteter Blüte regelrecht zu erwarten. Eine innere Uhr hilft ihnen dabei, Zeit und Richtung des Sonnenaufgangs zu bestimmen, berichteten die Forscher um Stacey Harmer von der University of California in Davis (UC Davis) kürzlich im Fachblatt "Science".

Bewegung durch Wachstum

Die Wissenschafter befestigten junge Sonnenblumen, damit sie ihre Köpfe nicht wenden konnten, oder drehte ihre Pflanztöpfe täglich so, dass sie in die falsche Richtung schauten. Die Pflanzen blieben daraufhin im Wachstum hinter Artgenossen zurück, die sich ungestört zur Sonne ausrichten konnten. Offenbar bekommen junge Sonnenblumen also einen Wachstumsvorteil durch die Schwenkbewegung.

In einem Innenraum mit konstanter Deckenbeleuchtung bewegten die Sonnenblumen außerdem ihre Köpfe einige Tage lang weiter hin und her. "Das ist die Art von Verhalten, die man von einem Mechanismus erwartet, der von einer inneren Uhr gesteuert wird", erklärte Harmer in einer Mitteilung der UC Davis. Die Blumen begannen auch wieder mit der Bewegung, wenn die künstliche Lichtquelle durch den Raum bewegt wurde.

Die Wendebewegung beruht darauf, dass jeweils eine Seite des Blütenstiels stärker wächst als die andere, wie die Wissenschafter herausfanden. Tagsüber wächst demnach die nach Osten gerichtete Seite stärker, wodurch sich die Blume der Sonne folgend nach Westen neigt. Nachts wächst die westliche Seite stärker und schwenkt die Blume zurück.

Mehr Bestäuber

Wenn die Sonnenblume einmal ausgewachsen und die Blüte offen ist, verlangsamt sich das Wachstum insgesamt und die Blüte richtet sich schließlich konstant nach Osten aus. Die innere Uhr sorge dafür, dass die Pflanze stärker auf das Licht am Morgen als auf das am Nachmittag oder Abend reagiere, so die Forscher. Die Schwenkbewegung höre so allmählich auf.

Die Ausrichtung nach Osten beruht darauf, dass sich die Blüten so schneller aufwärmen und mehr Bestäubter anlocken. Harmer und ihr Team zogen Sonnenblumen im Freien in Töpfen heran und drehten einige der ausgewachsenen Pflanzen nach Westen. Mit Infrarotkameras konnten sie den Temperaturunterschied nachweisen. Die wärmeren Blüten zogen auch fünfmal mehr bestäubende Insekten an.

Erwärmten die Forscher die nach Westen gerichteten Blüten künstlich, kamen auch wieder mehr Bestäuber. "Bienen mögen warme Blüten", sagte Harmer. (APA, 9. 8. 2016)

  • Junge Sonnenblumen sind bewegungsfreudig – Forscher beleuchteten nun die Hintergründe.
    foto: apa/dpa/armin weigel

    Junge Sonnenblumen sind bewegungsfreudig – Forscher beleuchteten nun die Hintergründe.

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