Mit Musik Stress abbauen

8. August 2016, 11:54
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Eine Studie der Universität Marburg zeigt, dass Musik eine physiologische Wirkung im Körper hat – musikalische Gemeinschaftserlebnisse sind besonders effektiv

Sicher ist, was mit naturwissenschaftlichen Methoden bewiesen wird. Dass Musik eine entspannende Wirkung hat, könnte der eine oder andere schon am eigenen Leib verspürt haben. Die Frage für Urs Nater, Leiter des "Music & Health Lab" an der Philipps-Universität in Marburg stellte sich anders: "Diese Untersuchungen gehen entweder nicht auf die zugrunde liegenden, physiologischen Mechanismen ein, oder sie wurden in einer Laborumgebung durchgeführt. Wir haben nun erstmals in einer natürlichen Umgebung erforscht, wie Musikhören auf das Stresserleben wirkt, wenn andere anwesend sind."

Um heraurszufinden, ob die Anwesenheit anderer Menschen den stressvermindernden Effekt erhöht, hat Nater und sein Team 53 Versuchsteilnehmerinnen und -teilnehmer eine Woche lang mehrmals täglich zu ihren Hörgewohnheiten und ihrem Stressgefühl. Zudem untersuchte das Team den Speichel der Probandinnen und Probanden, indem es unter anderem die Konzentration des Hormons Cortisol maß, das als Stressanzeiger gilt.

Gemeinsam statt einsam

Das Ergebnis: Während Musikhören als solches den Stress nicht verringert, führt Musikgenuss in Anwesenheit von anderen dazu, dass das subjektive Stressgefühl sinkt. Mehr noch: Auch die Ausschüttung von Cortisol vermindert sich, wenn man Musik in Gemeinschaft konsumiert.

Dagegen reduzierte sich der Stress der Versuchsteilnehmenden nicht, sofern sie alleine Musik hörten – außer, sie taten dies explizit mit dem Vorsatz, zu entspannen. "Welchen Effekt Musikhören hat, hängt in unserem Alltag davon ab, ob andere anwesend sind oder nicht", fasst Studienleiter Urs Nater die Ergebnisse der Studie zusammen. "In Gemeinschaft verstärkt sich der stressmindernde Effekt des Musikkonsums, unabhängig davon, ob man Musik zu diesem Zweck hört oder nicht." (red/idw, 8.8.2016)

Originalpublikation:

The stress-reducing effect of music listening varies depending on the social context

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