Kuriose Onlinepetition: Mehr männliche Kartoffelnamen gefordert

8. August 2016, 11:28
36 Postings

E-Petitionen ermöglichen Bürgern, Änderungen anzuregen. In Deutschland sorgt eine Forderung für Belustigung

Seit einigen Jahren ist es in vielen Ländern möglich, online Petitionen einzureichen. Bürger können damit Bitten oder Beschwerden veröffentlichen. Erreicht man eine bestimmte Zahl an Unterzeichnern, werden die Forderungen im jeweiligen Ausschuss diskutiert und eventuell umgesetzt. Diese Art des E-Governments wird allerdings auch immer wieder für Scherze genutzt. So wundert man sich in Deutschland derzeit über eine Petition, mit der mehr männliche Kartoffelnamen gefordert werden.

Vorbild: Namen für Wetterphänomene

"Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass es ab sofort ein ausgewogenes Verhältnis zwischen männlichen als auch weiblichen Kartoffelnamen bei der Sortenbestimmung gibt", heißt es in der Petition. "In vielen Bereichen der öffentlichen Wahrnehmung wurden ungleiche Verteilungen der Geschlechter bereits angegangen oder konsequent beseitigt. So gibt es nun bei den Hoch- & Tiefdruckgebieten einen regelmäßigen Wechsel des Geschlechts bei der Namensgebung. Das ist gut und auch richtig", lautet die Begründung.

Weil man vor allem in sozialen Netzwerken öfter auf dubiose Onlinepetitionen stößt, schrillen bei vielen Nutzern auch hier erst einmal die Alarmglocken. Ist die Forderung ein Fake? Der Verein Mimikama weist jedenfalls darauf hin, dass es sich um eine echte Eingabe handelt, die auf der E-Petitions-Seite des Deutschen Bundestags unter der Nummer 66662 eingesehen und unterzeichnet werden kann. Auch deutsche Medien berichteten darüber.

Zweifel, wie ernst Petition gemeint ist

Bis 17. August kann die Petition noch unterzeichnet werden. 50.000 Unterschriften werden benötigt, etwa 90 sind bislang eingelangt. Wer der Initiator der Petition ist, ist nicht bekannt. Wie sich im Forum unter der Eingabe zeigt, haben viele Nutzer ihre Zweifel, wie ernst das Anliegen tatsächlich gemeint ist.

Auch in den USA können Bürger solche Petitionen einreichen, mit denen sich das Weiße Haus dann beschäftigt. Humor bewies die Regierung im Jahr 2013, als ein Bürger den Bau eines Todessterns wie in "Star Wars" vorgeschlagen hatte. Das Unterfangen sei mit geschätzten 850.000.000.000.000.000 US-Dollar zu teuer, hieß es in der offiziellen Antwort auf die Petition.

Im Regelfall wird eine Petition nach Erreichen des Quorums im öffentlichen Petitionsauschuss des Deutschen Bundestags beraten. Allerdings können sich die Abgeordneten in Deutschland bei einer Zweidrittelmehrheit auch gegen die Beratung entscheiden, wenn sie beispielsweise nicht von allgemeinem Interesse ist. Sollte Petition 66662 wider Erwarten doch noch die erforderliche Zahl an Unterschriften erhalten, muss es nicht sein, dass die Kartoffelfrage tatsächlich zum Politikum wird. (br, 8.8.2016)

  • Wie die Kartoffel hieß, die diesem Schwein verfüttert wurde, ist nicht überliefert.
    foto: apa/dpa/friso gentsch

    Wie die Kartoffel hieß, die diesem Schwein verfüttert wurde, ist nicht überliefert.

Share if you care.