Sperre im Gleinalmtunnel: Rotes Kreuz erinnert an Pflicht zur Rettungsgasse

8. August 2016, 11:24
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Rettungsorganisation fürchtet Verzögerungen – Asfinag begann mit Reparatur, erwartet Staus

Graz/St. Michael – Nach dem Fahrzeugbrand im Gleinalmtunnel auf der steirischen Pyhrnautobahn (A9) hat das Rote Kreuz Steiermark am Montag längere Anfahrtszeiten avisiert. Nach Unfällen oder bei Staus auf den Ausweichrouten würde vielfach keine Rettungsgasse gebildet, weshalb die Einsatzfahrzeuge nicht wie geplant vorankommen würden. Die Asfinag begann am Montag mit den Reparaturarbeiten im Tunnel.

Vor allem für Fahrten von und in die Bezirke Liezen, Murtal und Leoben seien die Fahrt-Planungen für Untersuchungs- oder Behandlungstermine um eine Stunde früher angesetzt worden, um mögliche Verzögerungen einzurechnen, teilte das Rote Kreuz mit. Bei der Bevölkerung wurde um Verständnis gebeten.

Reparaturarbeiten begannen

Am Sonntag sei nach einem Unfall zwischen Leoben und dem Knoten St. Michael keine Rettungsgasse gebildet worden, kritisierte das Rote Kreuz: "Dadurch wurde wertvolle Zeit zur Menschenrettung vergeudet." Es wies auf die seit 2012 geltende Pflicht hin, bei Verkehrsverzögerungen oder sich aufbauenden Stau vorausschauend eine Rettungsgasse zu bilden.

Seitens der Asfinag hieß es Montagfrüh, dass die Reparaturarbeiten begonnen haben. Die Zwischendecke in der etwa 20 Meter langen Pannennische muss erneuert werden. Dafür werden die sechs Meter breiten Teilelemente abgetragen. Auch die elektromechanischen Einrichtungen müssen laut Asfinag-Geschäftsführer Rainer Kienreich erneuert werden. Die Bestandsdecke könnte noch im Laufe der Woche abgetragen sein. Zeitgleich werde auch schon der Neubau vorbereitet. Wie lange die Sperre des Gleinalmtunnels noch andauern werde, konnte Montagfrüh noch nicht gesagt werden.

Staus bereits am Wochenende erwartet

Erhebliche Staus sind bereits am kommenden Wochenende zu erwarten, wenn geschätzte 200.000 Menschen den MotoGP in Spielberg besuchen werden. Das Projekt Spielberg appellierte, auf die Anreise mit privaten Pkw zu verzichten und stattdessen öffentliche Verkehrsmittel, Shuttle-Busse oder das Rad zu verwenden. Wer dennoch mit dem Auto anreist, muss sich auf längere Wartezeiten bei den Zufahrten, aber auch auf den Autobahnen und bei Knotenpunkten einstellen.

Für Gäste aus Nordosten und Nordwesten ändert sich wenig. Sie können wir bisher über die Pyhrnautobahn (A9) und Liezen zum Knoten St. Michael und von dort auf die Murtal Schnellstraße (S36) zum Red Bull Ring. Gibt es vor dem Knoten St. Michael schon Stau, ist auch die Anreise über die Triebener Straße (L114) möglich. Wer aus Wien kommt, kann wie bisher über die Semmering Schnellstraße (S6) und die S36 nach Spielberg, sollte aber am Knoten Bruck weitgehend ohne Probleme durchkommen.

Für Besucher aus dem Raum Graz wird es dagegen herausfordernder: Sie können wegen der Tunnelsperre nicht über die A9 fahren. Die klassische Ausweichroute ist über die S35, die Brucker Schnellstraße, die am Knoten Bruck in die S6 mündet. Die Rampe von der S35 auf die S6 ist jedoch wegen Bauarbeiten nur erschwert passierbar. Der Asphalt wurde abgetragen. Lkw wurden umgeleitet und am vergangenen Wochenende gab es bereits Stau vor dem Knoten, da viele Urlauber unterwegs waren.

Kienreich kündigte an, dass in der Nacht auf Dienstag ab 19.00 Uhr die Rampe komplett gesperrt, adaptiert und die Baustelle noch weiter rückgebaut wird. Ab Dienstagfrüh sollen auch Lkw durchfahren können und müssen nicht wie bisher händisch von der Polizei und der Asfinag herausgewunken werden, um über eine Umleitung zu fahren. Das hatte am vergangenen Wochenende für Verwirrung bei den Verkehrsteilnehmern gesorgt. (APA, 8.8.2016)

  • Das Wrack des ausgebrannten Busses im Gleinalmtunnel.
    foto: apa/elmar gubisch

    Das Wrack des ausgebrannten Busses im Gleinalmtunnel.

  • Artikelbild
    grafik: apa
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