Kuhnle hofft bei zweiten Spielen auf Medaille

7. August 2016, 18:21
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Österreicherin startet am Montag in die Voläufe. Mit dem Kurs kann sie gut leben, fehlende Praxis sieht sie nicht als Nachteil

Rio de Janeiro – Corinna Kuhnle hat ihre Lehren gezogen. 2012 in London scheiterte die Wildwasserkanutin an ihren eigenen und den öffentlichen Erwartungen. "Damals habe ich den Stress an mich herangelassen, jetzt bin ich älter und reifer, weniger auf Ergebnisziele fixiert." Im olympischen Kajak-Slalom von Rio zählt Kuhnle (29) zum erweiterten Kreis der Favoritinnen. Am Montag stehen die Vorläufe auf dem Programm.

Anfang Juni setzte sich die Niederösterreicherin in der internen Qualifikation gegen Violetta Oblinger-Peters durch. Seither hat sie alles auf die Spiele ausgerichtet. Den künstlichen Kanal in Deodoro kennt sie nach einem dreiwöchigen Trainingslager und den zahlreichen Fahrten seit ihrer neuerlichen Ankunft am 25. Juli mittlerweile in- und auswendig. "Die Strecke passt ganz gut. Sie ist ähnlich wie in Wien. Nicht so wuchtig wie London, aber anspruchsvoll, und sie hat auch ihre Eigenheiten."

Mentale Arbeit

Ihr Trainer Michael Seibert ist zuversichtlich. "Ich weiß, was sie kann, wenn sie das bringt, brauchen wir uns nicht zu verstecken", sagt der Deutsche, der seit 2013 mit Kuhnle zusammenarbeitet. Das Nervenkostüm der Weltmeisterin von 2010 und 2011 ist mittlerweile besser. "Wir haben daran gearbeitet, dass sie die Emotionen im Griff hat, dass sie stur ihren Rhythmus, ihr Ding durchzieht." Im Training seien Situationen, in denen etwas schiefgeht, eingeübt worden. "Sie hat das gnadenlos abgeschüttelt, das hat gut geklappt."

Dass sie im Gegensatz zu vielen Konkurrentinnen seit Anfang Juni keinen Wettkampf bestritten hat, sieht Kuhnle nicht als Nachteil. "Ich habe bewusst auf die Vorbereitung gesetzt, im Training habe ich mich aber mit den Mädels gemessen." Wie dieser Vergleich ausgefallen ist, verriet sie nicht.

Kuhnle ist wie ihr Trainer zuversichtlich. Ihr erstes Zwischenziel ist der Halbfinaleinzug und dann das Finale der besten Zehn. Das sei im eng zusammenliegenden Feld ohnehin schwer genug. Und im Finale, da wäre dann alles möglich. (APA, red, 7.8. 2016)

  • Corinna Kuhnle will besser paddeln als in London.
    foto: apa / epa /bednarczyk

    Corinna Kuhnle will besser paddeln als in London.

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