Doping und Olympia: Was ist schon fair?

Kommentar7. August 2016, 18:48
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Das Internationale Paralympische Komitee griff im Gegensatz zum IOC hart gegen die Russen durch

Im Sport ist vieles nicht fair: Wenn ein Foul nicht gepfiffen wird. Wenn man ungerecht benotet wird. Wenn man sein Rennen bei schlechterem Wetter als der Konkurrent absolvieren muss. Wenn der Gegner zu unerlaubten Mitteln greift. Wenn brasilianische Topsportler im Vorfeld Olympias nicht mehr auf Doping getestet werden.

Dass die russischen Leichtathleten von den Olympischen Spielen in Rio ausgeschlossen sind – ist das fair? Oder dass keine Russen an den Paralympics teilnehmen dürfen? Es werden wohl nicht alle gedopt haben. Aber Russland wird nun einmal staatlich gelenktes Doping vorgeworfen. Und eine Strafe dafür ist angebracht. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat im Gegensatz zum Paralympischen Komitee (IPC) trotzdem nicht hart durchgegriffen. Und die Strafen, die es ausgesprochen hat, nämlich Sportler mit Dopingvergangenheit nicht für Rio zuzulassen, haben sich als rechtlich nicht haltbar erwiesen. So darf zum Beispiel die mehrfach des Dopings überführte Schwimmerin Julia Jefimowa nach einer Klage beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) doch noch starten.

Julia Stepanowa hätte der CAS auch recht geben müssen. Die Läuferin dopte einst selbst, ehe sie über das russische Dopingsystem auspackte und anschließend das Land verlassen musste. Stepanowa startet nicht in Rio. Eine Klage konnte sie sich nicht leisten. Im Sport ist eben vieles nicht fair. (Birgit Riezinger, 7.8.2016)

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