Stromwirtschaft ohne Biss

Kommentar7. August 2016, 18:47
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Österreichs Energieversorger sind drauf und dran, Entwicklung zu verschlafen

Die Stromwirtschaft hat schon allerhand überstanden: kalte und heiße Kriege, alte und neue Regulierungen, sogar die Energiewende, wenn auch mit Schrammen und blauen Flecken. Was nun an Schmerzen auf die Branche zukommt, könnte ins Koma und dann ins Aus führen. Die Gefahr heißt Blockchain – eine Technologie, die das Zeug hat, die Branche komplett umzupflügen.

Dank Bits & Bytes und einer speziellen Verschlüsselungstechnologie sollen Leute wie du und ich via Blockchain direkt Stromgeschäfte machen können. Dienstleistungen, mit denen bisher Energieversorger gutes Geld verdient haben, werden schlicht überflüssig.

In Deutschland haben die großen der Branche wie RWE oder Vattenfall die Gefahr erkannt. Statt zu verhindern, was schwer zu verhindern ist, gehen sie Kooperationen mit wendigen Start-ups ein. Heimische Energieversorger haben mit wenigen Ausnahmen versucht, Smart Meter zu vereiteln, ohne die die neue Stromwelt nicht funktioniert. Nun hat es den Anschein, dass wieder nur gemauert und darauf gebaut wird, dass es so arg schon nicht kommt. Im Internetzeitalter schreiten Entwicklungen aber rascher voran, als einem lieb sein mag. Das zu ignorieren ist fahrlässig. Es geht auch um das Vermögen der Steuerzahler – Bund wie Länder sind schließlich mehrheitlich an den Energieversorgern beteiligt. Die Letzten beißen bekanntlich die Hunde. Diese Bisswunden werden kaum mehr heilen. (Günther Strobl, 7.8.2016)

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