Spionagevorwurf: Iranischer Atomphysiker hingerichtet

7. August 2016, 17:09
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"Durch seine Verbindung mit den USA gab Amiri dem Feind wichtige Informationen über das Land"

Dubai – Der Iran hat Justizangaben zufolge einen aus den USA zurückgekehrten Atomwissenschaftler hingerichtet. Shahram Amiri sei durch ein Gericht der Spionage für die Regierung in Washington für schuldig befunden worden, teilte ein Justiz-Sprecher am Sonntag mit.

"Durch seine Verbindung mit den USA gab Amiri dem Feind wichtige Informationen über das Land", sagte der Sprecher der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge. Die verhängte Todesstrafe sei durch Irans Obersten Gerichtshof bestätigt worden.

Verhafteter Held

Der für Irans Atomenergie Organisation arbeitende Universitätswissenschaftler verschwand 2009 auf einer Pilgerreise nach Saudi-Arabien und tauchte später in den USA auf. 2010 kehrte Amiri in den Iran zurück und wurde dort zunächst als Held gefeiert, bevor er dann verhaftet wurde. In US-Regierungskreisen hatte es damals geheißen, Washington habe "nützliche Informationen" von Amiri erhalten. Der Iran hatte den US-Geheimdienst CIA beschuldigt, Amiri entführt zu haben. US-Beamte hatten dagegen mitgeteilt, Amiri sei möglicherweise zurückgekehrt, weil auf seine Familie im Iran Druck ausgeübt worden sei. Amiri hatte dies zurückgewiesen.

Im vergangenen Jahr wurde der Streit über das iranische Atomprogramm beigelegt. Das mit den fünf Vetomächten des UN-Sicherheitsrats und Deutschland ausgehandelte Atomabkommen sieht die Aufhebung internationaler Wirtschaftssanktionen gegen den Iran vor. Im Gegenzug verpflichtet sich der Iran, sein Atomprogramm so weit einzuschränken, dass er keine Atomwaffen entwickeln kann. (APA/Reuters, 7.8.2016)

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