Mindestens 21 Tote bei verheerenden Unwettern in Mazedonien

8. August 2016, 05:56
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Heftige Gewitter sorgen in Skopje für Überschwemmungen – Suche nach möglichen weiteren Opfern – Ausnahmezustand in Skopje und Tetovo

Bei heftigen Gewittern und Überschwemmungen sind in Mazedonien mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen und mindestens 56 weitere verletzt worden. Nach Polizeiangaben dauerte die Suche nach möglichen weiteren Opfern am Sonntag an. Ein heftiger Gewittersturm hatte am Samstagabend die Hauptstadt Skopje getroffen.

Über Skopje und die Stadt Tetovo im Nordwesten des Landes verhängte die Regierung den Ausnahmezustand. Die starken Regenfälle wurden von Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 70 Stundenkilometern begleitet. Besonders betroffen waren die nordöstlichen Vororte von Skopje.

foto: apa/afp/robert atanasovski

"Es waren apokalyptische Szenen", beschrieben Reporter der örtlichen Zeitung "Telegraf" die Lage: Autos wurden von der Ringautobahn weggeschwemmt, Hubschrauber suchten das Gelände nach Überlebenden ab. Schlamm, umgeknickte Bäume, herausgebrochene Steine überall. Das Dorf Stajkovci ganz am Stadtrand ist besonders schwer getroffen. "Das waren Szenen wie im Katastrophenfilm", schrieb das Blatt in seiner Onlineausgabe. Autos und landwirtschaftliche Maschinen seien wie Spielzeug durch das Dorf gespült worden.

Meterhohes Wasser

Das Unwetter dauerte etwa fünf Stunden. In dieser Zeit seien 93 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, bilanzierten die Meteorologen. Das entspricht rund der Hälfte der durchschnittlichen Niederschlagsmenge für den gesamten Monat August. In den Straßen stand das Wasser zum Teil meterhoch.

foto: apa/afp/robert atanasovski

Gebäude brachen zusammen, Erdrutsche setzten Dutzende Autos fest. Viele Autofahrer, die unter Brücken und Unterführungen Schutz vor den Fluten gesucht hatten, saßen durch die Wassermassen wie in einer Falle.

Die meisten Todesopfer, unter ihnen ein achtjähriges Mädchen in Skopje, ertranken. Einige wurden in ihren Autos von Wasser- und Schlammmassen überrascht. Ein Lastwagenfahrer sagte dem Fernsehsender Kanal 5, vor seinen Augen sei ein Auto mit einem Paar und einem Baby fortgerissen worden. "Das Wasser war so schnell... Ich weiß nicht, was mit ihnen passiert ist", berichtete er.

foto: apa/afp/robert atanasovski

In Tetovo im Nordwesten Mazedoniens entstand hoher Sachschaden, Opfer wurden aus der Stadt jedoch nicht gemeldet. Betroffen war auch der Touristenort Ohrid am gleichnamigen See im Südosten des Landes. (APA, 8.8.2016)

Dieser Artikel wurde um die aktuellen Entwicklungen ergänzt.

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