Terrorverdacht nach Angriff in Belgien – IS beansprucht Tat für sich

7. August 2016, 14:31
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Zwei Beamtinnen verletzt – Täter wurde niedergeschossen und starb im Krankenhaus

Brüssel – Die belgischen Sicherheitsbehörden stufen die Machetenattacke auf zwei Polizistinnen in Charleroi als Terrorakt ein. "Wir wurden von der Bundesanwaltschaft informiert, dass Ermittlungen wegen versuchten terroristischen Mordes eingeleitet wurden", sagte Premierminister Charles Michel bei einer Pressekonferenz am Sonntag.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) beanspruchte die Tat für sich. Der Mann sei einer ihrer "Soldaten" gewesen, teilte die Terrormiliz über das IS-Sprachrohr Amak am Sonntag mit.

Der Angriff ereignete sich vor dem örtlichen Polizeihauptquartier, der Täter habe "Allahu Akbar" (arabisch: Gott ist groß) gerufen, wie die Polizei auf Twitter mitteilte. Zwei Polizistinnen wurden verletzt, ein Polizist schoss den Angreifer nieder, der wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag.

Bei dem Angreifer handle sich um einen 33 Jahre alten Algerier, der seit 2012 in Belgien lebte, teilte die Staatsanwaltschaft nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga am Sonntag mit. Er sei der Polizei wegen anderer Vergehen bekannt gewesen, aber nicht im Zusammenhang mit Terrorismus.

Terrorwarnstufe unverändert

Der belgische Regierungschef brach seinen Urlaub ab und kam am Sonntag mit seinem Sicherheitskabinett zusammen. Er sagte, die Terrorwarnstufe im Land bleibe zunächst unverändert auf 3, der zweithöchsten von insgesamt 4 Stufen. Allerdings würden zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Polizeikräfte eingeleitet.

Direkt nach der Tat riegelte die Polizei die Straßen rund um den Anschlagsort ab. Charleroi hat etwa 200.000 Einwohner und liegt circa 50 Kilometer südlich von Brüssel. Belgien ist seit längerem im Visier islamistischer Terroristen.

Innenminister Jan Jambon bezeichnete den Angriff in einer ersten Reaktion als "verabscheuungswürdige Tat".

Auch Belgiens Regierungschef Charles Michel verurteilte das Verbrechen auf Twitter und sprach den Opfern sein Beileid aus. Erste Anzeichen deuteten "sehr deutlich auf Terrorismus hin", sagte Michel am Samstagabend in einem Telefonat mit dem TV-Sender RTL.

In Belgien sind die Sicherheitskräfte seit den Brüsseler Anschlägen im März in erhöhter Alarmbereitschaft. Damals töteten Islamisten am Flughafen und in der U-Bahn mehr als 30 Menschen. Auch die Spur der Attentäter von Paris, wo im November 130 Menschen getötet wurden, führte nach Belgien. (red, APA 6.8.2016)

  • Einsatzkräfte bei der Polizeistation in Charleroi.
    foto: apa/afp/dubois

    Einsatzkräfte bei der Polizeistation in Charleroi.

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