Fink: "Wir haben nicht so viel Geld ausgegeben"

6. August 2016, 12:26
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Austria am Sonntag als Underdog ins Derby: "Es muss alles passen, um zu gewinnen. Aber es ist möglich" – Rapid-Spieler Schößwendter: "Alles in allem sind wir die bessere Truppe"

Wien – Neue Saison, neues Glück: Die Austria will die Derby-Pleiten der jüngeren Vergangenheit im 318. großen Wiener Fußball-Derby vergessen machen. 2:5 und 0:3 verlor man die Heimspiele 2015/16 in der Generali Arena. Im Happel-Stadion, wo auch am Sonntag (16.30 Uhr/live ORF eins) gespielt wird, schaute bei einer Niederlage im Frühjahr immerhin ein Sieg im vergangenen Herbst heraus.

"Wir haben nicht so viel Geld ausgegeben"

Thorsten Fink stempelte den Erzrivalen vor dem Spiel zum Favoriten. "Wir haben nicht so viel Geld ausgegeben, wir leben von der Homogenität unserer Mannschaft. Wir können Rapid angreifen, aber nominell sind sie besser aufgestellt", meinte der Austria-Trainer mit Blick auf die grünweißen Millionentransfers von Arnor Ingvi Traustason und Ivan Mocinic. Für den Deutschen stand fest: "Es muss alles passen, um zu gewinnen. Aber es ist möglich. Angst haben wir keine."

Bis Freitag wurden für die Partie über 10.000 Karten abgesetzt. Die Tabellenlage verspricht Spannung. Die Austria liegt mit dem Maximum von sechs Zählern an der Spitze, Rapid musste nach dem fulminanten Saisonstart gegen Ried (5:0) zuletzt einen Ausrutscher in Altach (0:1) verkraften. In der Qualifikation zur Europa League feierten die Stadtrivalen jeweils Erfolge.

Die Austria musste in Trnava jedoch in die Verlängerung, ehe nach einem 5:4 im Elferschießen der Aufstieg fixiert wurde. Einen Kräfteverschleiß befürchtete Fink nicht. "Wir haben gerade einmal eine halbe Stunde länger gespielt. Ich denke nicht, dass das den Ausschlag geben wird." Rotation soll dennoch erfolgen. Zwei bis drei Änderungen könnte es in der violetten Start-Elf geben. "Gegen Rapid gilt es auch hinterher zu laufen und nicht nur das Spiel zu machen", meinte Fink. Verletzte hat er aktuell keine zu beklagen.

Sauberer Saisonstart

Sechs der ersten sieben Pflichtspiele in der neuen Saison hat die Austria gewonnen. Die einzige Niederlage wurde in Trnava ausgemerzt. "Wir sind sehr gut in die Saison hinein gestartet. Aber es geht Schlag auf Schlag weiter", meinte Spielgestalter Raphael Holzhauser nach der Partie in der Slowakei. Immerhin können die Austrianer nach dem Derby kurz durchschnaufen, ehe mit den Spielen gegen Rosenborg Trondheim (18. und 25. August) die nächsten englischen Wochen anstehen. Dies gilt aber auch für den Gegner.

Überraschen werde Rapid nicht können, vermutete Fink. "Riesige Dinge haben sich nicht verändert, was ich sehe." Dass der Vizemeister im Sommer neben Zu- auch Abgänge (Florian Kainz, Stefan Stangl, Thanos Petsos) verzeichnet hat, könne "vielleicht ein Plus sein".

Vor dem Spiel wird Austria-Legende Robert Sara nachträglich zum 70. Geburtstag geehrt. Begrüßt wird indes ein neues Mitglied im violetten Legendenclub. Roland Linz hat seine Karriere als Profi-Fußballer zwar nie offiziell für beendet erklärt, ist aber nicht mehr aktiv. Der bald 35-jährige Stürmer gewann mit der Austria zweimal die Meisterschaft und zweimal den ÖFB-Cup.

Rapid optimistisch

"Wir haben eine gute, homogene Truppe, die bereit ist, alles zu geben", sagt Rapid-Coach Mike Büskens und ergänzte: "Wir haben bisher wenige Tore kassiert und sind immer in der Lage, eines zu erzielen." Bei aller Zuversicht ist aber auch der Respekt vor dem Tabellenführer groß. "Die Austria kann durch ihre schnellen Offensivspieler gut umschalten", warnte Büskens.

Der Ruhrpott-Derby-erprobte Coach fiebert bereits seinem ersten Kräftemessen mit dem großen Rapid-Kontrahenten entgegen. "Ich habe schon viel vom Wiener Derby gehört und freue mich drauf, denn es treffen die zwei traditionsreichsten Clubs des Landes aufeinander."

Neben Büskens stehen auch die Rapid-Profis Arnor Ingvi Traustason, Ivan Mocinic und Christoph Schößwendter vor ihrer Derby-Premiere. Letzterer zeigte sich relativ siegesgewiss. "Wir treten sehr dominant auf und sind gut unterwegs. Alles in allem sind wir die bessere Truppe", vermutete der Innenverteidiger. (APA, 6.8.2016)

FK Austria Wien – SK Rapid Wien (Wien, Happel-Stadion, 16.30 Uhr/live ORF eins, SR Drachta). Ergebnisse 2015/16: 2:5 (h), 2:1 (a), 0:3 (h), 0:1 (a)

Austria: Almer – De Paula, Rotpuller, Filipovic, Martschinko – Serbest, Holzhauser – Tajouri, Grünwald, Venuto – Kayode

Ersatz: Hadzikic – Windbichler, Salamon, Prokop, Vukojevic, Pires, Kvasina, Friesenbichler

Rapid: Novota – Pavelic, Schößwendter, Dibon, Schrammel – Mocinic, Schwab – Schaub, Murg, Traustason – Joelinton

Ersatz: Strebinger – M. Hofmann, Wöber, Auer, Grahovac, Szanto, Schobesberger, Entrup

Es fehlen: S. Hofmann (im Aufbautraining nach Meniskuseinriss im Knie), Jelic (Muskelbündelriss im Oberschenkel), Kuen (nach Beinoperation)

Derby-Bilanzen:

Gesamt: 317 Spiele, 115 Austria-Siege, 71 Remis, 131 Rapid-Siege, Torverhältnis 507:595

Meisterschaft: 285 – 97-68-120, 431:529

Bundesliga: 162 – 59-52-51, 216:212

Happel-Stadion (Bundesliga): 58 – 25-14-19, 84:76

  • Thorsten Fink: "Wir leben von der Homogenität unserer Mannschaft. Wir können Rapid angreifen, aber nominell sind sie besser aufgestellt".
    foto: apa/neubauer

    Thorsten Fink: "Wir leben von der Homogenität unserer Mannschaft. Wir können Rapid angreifen, aber nominell sind sie besser aufgestellt".

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