IS-Anhänger soll Migranten nach Italien geschleust haben

5. August 2016, 21:35
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Schleuserring aufgedeckt

Rom – Ein Anhänger der Extremistenmiliz Islamischer Staat hat Ermittlern zufolge einen Schleuserring in Italien angeführt. Der 41-jährige Tunesier und sieben mutmaßliche Komplizen seien festgenommen worden, teilte die Polizei am Freitag mit. Die Bande benutzte demnach gefälschte Arbeitsverträge und Lohnabrechnungen, um so Arbeitsvisa für Migranten zu beschaffen. Dabei habe ein Textilunternehmen in der Nähe von Neapel geholfen. Unter den acht mutmaßlichen Mitgliedern des Schleuserringes war den Behörden zufolge kein Italiener.

Der mutmaßliche Extremist war den Ermittlern zufolge bereits wegen Drogenschmuggels festgenommen worden und radikalisierte sich immer weiter. So soll er gefeiert haben, als Islamisten im November eine Anschlagsserie in Paris begingen und dabei 130 Menschen töteten. Staatsanwalt Franco Roberti sagte der Nachrichtenagentur AGI, es bestehe die Gefahr, dass Personen mit engem Kontakt zu Jihadisten auch den Menschenschmuggel kontrollierten.

Erst am Mittwoch hatten die italienischen Behörden bekanntgegeben, dass der IS möglicherweise die Überfahrt von zehntausenden Migranten über das Mittelmeer organisiert. Seit Anfang 2014 haben mehr als 420.000 Einwanderer diesen Weg gewählt. Die meisten von ihnen nutzen dabei die chaotischen Zustände in Libyen. (Reuters, 5.8.2016)

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