Grasl "überrascht" über Drozdas Aussagen

5. August 2016, 14:31
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"Würde wohl Hunderte Jobs im ORF und seinen Landesstudios gefährden und Aufträge an Film- und Kreativwirtschaft reduzieren" – NEOS-Strolz: Gebührenerhöhung "jenseitig"

Wien – Der ORF-Bewerber Richard Grasl hat sich am Freitag "überrascht" von den jüngsten Aussagen des Medienministers Thomas Drozda (SPÖ) zu einer Erhöhung der ORF-Gebühren gezeigt. Er verlieh gegenüber der APA seinem Befremden darüber Ausdruck, "dass die Politik dem unabhängigen Stiftungsrat und dem ORF Geschäftsführer hier eine Vorgabe zu geben versucht". Die NEOS rufen indes zum Gebührenprotest auf.

Grasl verwies auf seine Bewerbung als ORF-Generaldirektor, in der "ich dafür stehe, dass zuerst Kostensenkungen durch Strukturreformen erfolgen sollen". Dennoch "würde eine Nichtanpassung der Gebühren wohl Hunderte Jobs im ORF und seinen Landesstudios gefährden und Aufträge an die Film- und Kreativwirtschaft reduzieren", warnte er.

Der Finanzdirektor des öffentlich-rechtlichen Senders schloss mit einem kleinen Seitenhieb auf die ORF-Gremienvergangenheit des nunmehrigen Ministers: "Ich kenne Thomas Drozda aus seiner Zeit als ORF Stiftungsrat sehr gut. Damals hätte er, glaube ich, mit solchen Statements aus der Politik keine große Freude gehabt."

Eine weitere Wortmeldung gab es am Freitag aus der Politik, nämlich von NEOS-Chef Matthias Strolz auf Facebook. Er fände eine Anpassung der ORF-Gebühren schlicht "jenseitig", zumal "in Zeiten, in denen die Reallöhne sinken". Außerdem würde noch mehr "ORF-Steuer" (so Strolz) den privaten Medienmarkt ersticken. "Wir müssen hier als Bürgerinnen und Bürger den Protest hochfahren, sonst werden wir abkassiert!", so sein flammender Appell. (APA, 5.8.2016)

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