Auf der Fahrradautobahn immer der Mur entlang

5. August 2016, 15:08
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Die meist verkehrsarmen Landstraßen zwischen Bruck und Mur und Graz sind eine an Sehenswürdigkeiten reiche Option zum Murradweg.

Eine gemütliche Radtour von Bruck an der Mur nach Graz? Dafür gibt es seit Jahren den Murradweg – aber auch einen guten Grund, diesen nicht zu benutzen: Im Hochsommer ist er manchmal hoffnungslos überfüllt. Eine interessante Alternative sind Landesstraßen, auf denen kaum Autos unterwegs sind. Zudem führen diese direkt zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten.

foto: andreas brudnjak
Vom Bahnhof in Bruck an der Mur geht es erst einmal über die Mürz und die Mur.

Ausgangspunkt dieser Route ist der Bahnhof in Bruck an der Mur. Die Beschilderungen für den Murradweg R2 werden ignoriert, wir fahren in Richtung Zentrum und überqueren die Mürz. An der Kreuzung nach links, vorbei an der seit dem Abbruch der Hochbrücke wieder sichtbaren Minoritenkirche Maria im Walde. Danach auf der neuen Brücke über die Mur und beim Kreisverkehr den Schildern für die Straße nach Graz-Pernegg folgen, die kurz nach dem Kreisverkehr rechts abbiegt (zwei km, ab nun neue Kilometrierung mit null km beginnend). Hier wird sofort klar, was diese "Radstraße" auszeichnet: Sie ist wunderbar breit, völlig neu asphaltiert und kaum von Verkehr geplagt.

foto: andreas brudnjak
Eine Landstraße, neu asphaltiert und breit, aber fast ohne Autoverkehr – perfekt für Radfahrer.

Wenig später ist die im 15. Jahrhundert errichtete Heiligen-Geist-Kapelle erreicht, die seit 2012 renoviert wird. Bei Kilometer fünf beginnt einer der schönsten Abschnitte der Tour. Einige Höhenmeter über der aufgestauten Mur wurde eine Hangbrücke errichtet. Das 1927 errichtete Laufkraftwerk mit seiner einprägsamen Architektur folgt wenig später (km 6,8). Nach 9,5 km wird Kirchdorf erreicht, ein Aufstieg zur 30 Meter höher gelegenen Pfarrkirche lohnt, denn die Aussicht auf Pernegg mit Schloss und Pfarrkirche, auf den Röthelstein sowie auf die Hochlantsch ist eindrucksvoll.

Mitten durch Frohnleiten

Bei Kilometer zwölf folgen ein weiterer Stausee und eine Wehranlage. Hier beginnt der Zulaufkanal für das nächste Kraftwerk, das 1931 in Laufnitzdorf (km 20,2) errichtet wurde. Danach geht’s nach Rothleiten mit dem Freizeitpark Tieber und wenig später nach Frohnleiten (km 24). Die hübsche Stadt wird am Hauptplatz durchquert, die Straße führt bergab, überquert die Mur, vorbei am Bahnhof, unterquert die S6 und führt nun links der Schnellstraße weiter in Richtung Peggau.

foto: andreas brudnjak
Die Altstadt von Frohnleiten auf halber Strecke von Bruck nach Graz bietet sich für eine Rast an.

Wenige Kilometer später wird das Murtal schmäler, und man trifft auf die denkmalgeschützte Badlwand-Galerie (km 31). Die 1844 für die Südbahn errichtete Galerie war bis 1966 in Betrieb – seither verfällt sie trotz Denkmalschutzes. Nach der Durchquerung von Peggau mit der sehenswerten Lurgrotte folgen wir beim Kreisverkehr der Straße nach Deutschfeistritz (km 35). Hier empfiehlt sich der Aufstieg zum 60 Meter hohen Kirchberg mit Kreuzweg und wunderschöner Aussicht. Weiter Richtung Kleinstübing und zum sehenswerten Freilichtmuseum Stübing (km 40).

Weiter auf der Südbahntrasse

Kurz danach verlassen wir die "Radstraße" und folgen dem Radweg R2 bis Graz-Gösting. Der Straßenabschnitt von Gratwein bis Judendorf wird sehr stark befahren, sodass der Radweg hier die bessere Alternative darstellt. Kurz nach Judendorf folgt ein weiterer interessanter Abschnitt. Hier verläuft der Radweg auf der alten Südbahntrasse, eine alte Stützmauer ist noch gut zu sehen (km 46,8).

foto: andreas brudnjak
Auch ein Abschnitt der ehemaligen Südbahntrasse dient heute als Radweg.

Zwischen den Ortsteilen Raach und Gösting folgen vier kurze aber unangenehme Anstiege, dafür ist der Blick auf die Südbahn eindrucksvoll. In Gösting ist der Weg wieder flach und Graz erreicht (km 53,3). Für die Weiterfahrt zum Bahnhof (km 57) empfiehlt es sich, rechts der Bahn zu bleiben (Göstinger Straße – Grafenbergstraße – Plabutscher Straße – Wagner-Biro-Straße). (Andreas Brudnjak, 5.8.2016)

karte: der standard

An- und Anreise: mit dem Zug zum Bahnhof Bruck/Mur, zurück vom Bahnhof Graz

Einkehr: zahlreiche Gasthöfe in den Ortschaften auf der Route

Karte: Kompass Nr. 221, Grazer Bergland, Maßstab 1:50 000

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