Lexus RC: Immer auf dem Sprung sein

11. August 2016, 12:16
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Nach dem RC F mit 477-PS-V8 bringt Lexus nun mit dem RC 300h die Hybridversion des Sportlers mit dem extravaganten Design

Wien – Das Erstaunliche an diesem Lexus ist ja, wie hier Schnittigkeit und Gelassenheit kombiniert werden: Der Wagen sieht absolut schnell aus, ist scharf gezeichnet, nix Prolo, sondern durchaus mit Stil, in Ansätzen futuristisch, und man weiß, von dem gibt es auch eine ganz böse und schnelle Version mit 477 PS und V8. Und wenn man mit dem Boliden dann durch die Stadt kreuzt, dann merkt man bei den interessierten Auskennern, wie sie Ah und Oh sagen, da schau einmal her, der neue Lexus RC, und die Leute erwarten ein tiefes Gurgeln oder ein böses Fauchen, und zieht man vielleicht gerade im Elektromodus lautlos an ihnen vorbei.

foto: andreas stockinger

Die Gemütlichkeit ist dem Lexus RC in der Hybridversion quasi an die Achse gelegt. Hier wird gecruist, nicht angegast. Obwohl der Lexus natürlich schon auch anders könnte, selbst in der ökologisch vorbildlichen Hybridversion steht eine Gesamtleistung von 223 PS zur Verfügung, die wird dem martialischen Erscheinungsbild des Wagens allerdings nicht annähernd gerecht. Außerdem fühlt es sich anstrengend an, in den Sportmodus zu wechseln und dort die einzelnen Pferdestärken zu suchen und zu necken. Aber es geht, keine Frage, und es geht auch flott.

Sympathisch langsam

Dennoch neigt der Wagen in dieser Variante zu einer gewissen Trägheit, und das macht ihn durchaus sympathisch. Man sitzt in einem schnell ausschauenden Fahrzeug und will nicht schnell fahren, sondern schön langsam.

foto: andreas stockinger

So gesehen steht dieser Lexus ohne Konkurrenz da: Die Kombination dieser beiden Antriebssysteme – elektrisch und Verbrennungsmotor – in einem Sportwagen, ohne das Ergebnis der Leistung unterzuordnen, ist doch etwas überraschend. Da werden mehrere Instinkte auf einmal angesprochen, und am Ende reagiert man, wie man es nicht erwartet hätte: in erster Linie gemütlich.

Wollen und müssen

Da lässt man dem Herrn Glu in seinem schnellen und lauten Civic gerne die Vorfahrt. Nicht weil man muss, sondern weil man will. Und kann. Also irgendwie besserer Mensch. (Abgesehen davon würde man ernsthaft den Kürzeren ziehen.)

foto: andreas stockinger

Apropos: Ökologisch zahlt sich das so halbwegs aus, wer tatsächlich den Glu vorfahren lässt und sich nicht an den Type R hintendran hängt, der wird mit einem moderaten Spritverbrauch belohnt werden. Es sind nicht unbedingt die knappen fünf Liter, die auf dem Papier stehen, aber auch nicht rasend viel mehr. Schnell ausschauen ist dann die halbe Tankrechnung. (Michael Völker, 11.8.2016)

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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