Erste Scharmützel vor der Bundespräsidentenwahl

5. August 2016, 12:26
67 Postings

Die Kampagnenleiter der Kandidaten liefern sich eine Auseinandersetzung via Presseaussendung

Wien – Vom Wahlkampf für die zweite Bundespräsidenten-Stichwahl ist zwar noch nicht viel zu sehen – aber in Presseaussendungen lieferten sich die Teams der beiden Kandidaten am Freitag ein Match. Kein unabhängiger, sondern ein rot-grüner Präsidentschaftskandidat ist Alexander Van der Bellen aus Sicht von FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl. Bestätigt sieht er sich durch Aussagen von SPÖ-Vertretern, dass man das Team des Ex-Grünen-Chefs im Wahlkampf organisatorisch "mit Manpower", aber nicht finanziell unterstützen werde.

Aber auch diese Unterstützung müsste im Sinn der Transparenz ausgewiesen werden, sagte Kickl am Freitag in einer Aussendung. "Sachspenden sind gemäß den gesetzlichen Bestimmungen genauso wie Geldspenden auszuweisen", sagt er. Er fordert eine "detaillierte Auflistung des finanziellen Gegenwerts der von der SPÖ zur Verfügung gestellten Werbeflächen etc. sowie eine Auflistung des Gegenwerts der Arbeitszeit für Unterstützung durch SPÖ-Funktionäre quer durch ganz Österreich durch das Team Van der Bellen und die SPÖ".

Lockl betont breite Unterstützung

Lothar Lockl, Kampagnenleiter von Van der Bellen, entgegnete umgehend. Van der Bellen werde von einer "breiten und parteiübergreifenden Bürgerbewegung" getragen. Nicht nur Persönlichkeiten aus SPÖ, ÖVP, Grünen, dem Team Irmgard Griss und den Neos, sondern vor allem zehntausende Bürger würden ihn mit Spenden, Aktionen und Initiativen unterstützen – was "nicht in Zahlen zu fassen ist", merkte Lockl mit Blick auf die Forderung Kickls an, den finanziellen Gegenwert der SPÖ-Hilfeleistungen transparent auszuweisen. "Ich verstehe, dass diese gesellschaftliche und politische Breite für die FPÖ-Wahlkampfleitung ungewohnt ist und angesichts einer reinen FPÖ-Parteikampagne Sorgen bereitet", ätzte Lockl in Richtung FPÖ und deren Kandidaten Norbert Hofer.

Hofer tourt durch Österreich

Unterdessen plant die FPÖ eine "Österreich-Tour" Hofers. Derzeit würden die dafür von den Ortsparteien vorgeschlagenen Veranstaltungen wie etwa Kirchtage "gesichtet". Für Hofer werde es dabei auch "in luftige Höhen" gehen, sagte Strache. Der klassische Wahlkampf mit Plakaten werde dann im September starten.

Die Stichwahl der Bundespräsidentenwahl muss am 2. Oktober wiederholt werden. Der Verfassungsgerichtshof hat die ursprüngliche Stichwahl vom 22. Mai aufgehoben. (APA, red, 5.8.2016)

  • Am zweiten Oktober treten Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer noch einmal gegeneinander an.
    foto: apa/afp/klamar

    Am zweiten Oktober treten Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer noch einmal gegeneinander an.

Share if you care.