Toyota RAV4: Gelegenheit macht diebisch Freude

7. August 2016, 14:00
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Toyota hat dem RAV4 ein Facelifting und ein Surround-Kamerasystem verpasst

Wien/Eger – Er wird oft als Urmutter der Sport Utility Vehicles (SUV) bezeichnet. Toyota ist mit seinem geländegängigen RAV4 (Recreational Active Vehicle 4-Weel-Drive) im Sommer 1994 auf den Markt gekommen, als Fahrzeuge dieser Klasse noch mit Leiterrahmen daherkamen. Die hochgesetzte, selbsttragende Karosserie hat in Verbindung mit dem permanenten Allradantrieb sofort eingeschlagen. Der RAV4 war gewissermaßen Testläufer in einem Rennen, das immer mehr Fahrt aufnehmen und in einen Siegeszug der SUVs münden sollte.

foto: andreas stockinger
Sieht nicht nur schnittig aus, sondern fährt sich auch gut und bietet viel Platz im Innern: der neue RAV4 von Toyota.

22 Jahre später ist der RAV4 noch immer geländegängig, hochgesetzt und superbequem. In der aufgefrischten Optik macht er einen deutlich schnittigeren Eindruck, als dies die Vorgängermodelle vermitteln konnten. Eines hat sich nicht geändert: Gestern wie heute wird das Auto wohl nur in Ausnahmefällen abseits asphaltierter Straßen gefahren. Womit sich wieder einmal die Frage nach der Sinnhaftigkeit von geländetauglichen Fahrzeugen stellt, wenn sie doch nur überwiegend in der Stadt und von Punkt zu Punkt auf Autobahnen bewegt werden. Konsequenterweise hat Toyota dem RAV4 ein Surround-Kamerasystem verpasst. Vier Außenkameras sorgen für einen praktischen Blick aus der Vogelperspektive. Auf Knopfdruck gibt es auch einen 360-Grad-Rundumblick, was speziell in engen Tiefgaragen sehr hilfreich sein kann.

Hoch sitzen, tief schauen

Ein Argument, warum sich gerade diese Art von Autos großer Beliebtheit erfreuen, ist die hohe Sitzposition. Die ermöglicht nicht nur einen guten Überblick, sondern erlaubt auch bequemes Ein- und Aussteigen. Jedes längere Sitzen ist ja eine Provokation für geschundene Rücken. Man kann aber so und so sitzen. Im neuen RAV4 jedenfalls sitzt es sich sooo bequem aufrecht, dass selbst Fahrten über hunderte Kilometer nicht wirklich anstrengend sind.

foto: andreas stockinger

Wir haben den Japaner mit Frontantrieb und zugekauftem Dieselmotor aus Steyr zwischen Wien und Eger getestet. Die Distanz gab das Navi mit 387 km an. Geworden sind es einige Kilometer mehr, weil links und rechts der Route einige sehenswerte Plätzchen besucht sein wollten.

4 Zylinder, 6 Gänge

Bis Budapest schnurrte der Vierzylinder-Turbodiesel mit 6-Gang-Schaltgetriebe und 143 PS angenehm leise (für seine Größe) dahin. Schalter und Knöpfe befinden sich dort, wo man sie vermutet. Langwieriges Suchen und Herumprobieren erübrigt sich Gott sei Dank. In Budapest dann der erste Kaffee und Boxenstopp.

foto: andreas stockinger

Das Navi lotst uns sicher durch den Verkehr, vorbei an Staus und baubedingten Straßensperren. Weiter geht es Richtung Gödöllö, das ungarische "Versailles", das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die bevorzugte Residenz der österreichischen Kaiserin und ungarischen Königin "Sisi" war.

Perle des Barock

Am nördlichen Rand der großen Tiefebene fängt dann der 50 km lange Höhenzug des Mátra-Gebirges an. Naja, Berge sind in Ungarn relativ zu nehmen. Jedes nicht geländegängige Auto würde die Höhen wohl auch meistern. Für den RAV4 waren sie jedenfalls ein Klacks. Und dann Eger, eine Perle des Barock. Sogar ein Minarett steht dort, früher einmal Teil einer Moschee. Und Wein gibt es auch. Ein Glas Eger' Stierblut zum Probieren, zwei Flaschen für zu Hause. Der Toyota wollte mehr. Nicht Wein – Diesel. (Günther Strobl, 7.8.2016)

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Toyota

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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