Gleinalmtunnel nach Brand bis zu eineinhalb Monate gesperrt

5. August 2016, 15:52
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Dänischer Camper brannte aus unbekannter Ursache aus – Teile der Tunneldecke zerstört – Asfinag empfiehlt, über S6 und S35 auszuweichen

Sankt Michael – Die Sperre des Gleinalmtunnels auf der steirischen Pyhrn Autobahn (A9) bleibt nach einem Fahrzeugbrand bis zu eineinhalb Monate aufrecht, wie es seitens der Asfinag am Freitag bei einem Lokalaugenschein hieß. Die Zwischendecke muss abgetragen werden, die Röhre wird mit Stahlstützen gesichert. Die Umleitungen führen über S35 und S6, hier kam es im Raum Bruck an der Mur und Leoben bereits am Freitag zu kilometerlangen Staus.

Durch den Brand eines dänischen Busses – die Insassen kamen mit leichten Verletzungen davon – nahe dem Nordportal sind Teile der Zwischendecke und der technischen Infrastruktur auf einer Länge von bis zu 20 Metern beschädigt worden und herabgefallen. Es müssen rund 80 Tonnen Beton abgetragen und ersetzt werden. Das ausgeglühte Wrack des Busses konnte erst kurz nach Freitagmittag aus dem Tunnel gezogen werden. Das genaue Ausmaß des Schadens ist noch nicht klar, kommende Woche sollte es dazu Näheres geben. Laut Asfinag muss ein Sanierungskonzept erarbeitet werden. Die Brandmeldeeinrichtungen und die Rauchabsaugung hätten funktioniert.

Geduldprobe im Murtal

Die Geduld der Autofahrer dürfte in den nächsten Wochen auf die Probe gestellt werden: Bereits am Freitag haben die Umleitungen über die Semmering Schnellstraße (S6) und die Brucker Schnellstraße (S35) Staus bis zu 15 Kilometern Länge ausgelöst. Erschwert wurde die Situation durch zwei Baustellen, die von der Asfinag allerdings bis Freitagabend rückgebaut wurden. Dies soll den Verkehrsfluss erleichtern. Internationaler Schwerverkehr soll großräumig, unter anderem über die Tauern Autobahn (A10) umgeleitet werden. Eine Herausforderung werden zwei Großveranstaltungen im Murtal Mitte August und Anfang September, der Moto-GP am Red Bull Ring (12. bis 14.8.) und die Flugshow Airpower (2. bis 3.9.) in Zeltweg. Zu dem einen Ereignis werden rund 200.000, zu dem anderen bis zu 300.000 Besucher erwartet.

Die Pyhrn Autobahn ist im Bereich Gleinalm nur als zweispuriger, 8.320 Meter langer Tunnel ausgebaut. An der zweiten Röhre wird gearbeitet, sie soll 2017 fertiggestellt sein. Vor fast genau 15 Jahren war es im Gleinalmtunnel zu einem schweren Unfall gekommen: Am 6. August 2001 löste ein Autounfall einen Brand aus, bei dem eine fünfköpfige niederländische Familie ums Leben kam.

Brandursache noch unbekannt

Donnerstagabend gegen 18 Uhr war ein zu einem Camper umgebauter dänischer Bus aus noch unbekannter Ursache nahe des Nordportals in Brand geraten. Der Lenker konnte das Fahrzeug noch in eine Tunnelnische lenken, alle sieben Insassen aus Dänemark verließen sofort das Fahrzeug. Sie wurden laut Polizei von anderen Fahrzeuglenkern in Richtung Tunnel-Nordportal mitgenommen. Die Betroffenen wurden mit dem Verdacht auf eine leichte Rauchgasvergiftung in das LKH Leoben eingeliefert. Andere Fahrzeuglenker konnten ihre Fahrzeuge rechtzeitig verlassen und sich selbst aus dem Tunnel begeben. Sie blieben unverletzt.

foto: apa/feuerwehr
Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten.

Die Feuerwehren Sankt Michael in der Obersteiermark, Sankt Stefan ob Leoben, Stadl an der Mur und Kraubath standen mit zwölf Fahrzeugen und rund 60 Einsatzkräften im Löscheinsatz. Bei den Löscharbeiten wurden fünf Feuerwehrleute leicht verletzt beziehungsweise erlitten Kreislaufschwächen. Sie wurden im LKH Leoben versorgt. Sachverständige sollen nun die Brandursache ermitteln.

15 Kilometer Stau vor dem Karawankentunnel

Auf der direkten Umleitungsstrecke für den gesperrten Gleinalmtunnel auf der steirischen Pyhrnautobahn (A9) über die Brucker Schnellstraße (S35) und die Semmering Schnellstraße (S6) ist der Verkehr laut ÖAMTC Samstagfrüh problemlos verlaufen. Vor dem Karawankentunnel an der kärntnerisch-slowenischen Grenze hat sich hingegen in Fahrtrichtung Slowenien ein 15 Kilometer langer Stau gebildet. Grund war laut ÖAMTC vor allem die zweite Reisewelle aus den deutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg. (APA, red, 6.8.2016)

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    foto: apa
  • Das Wrack des Busses.
    foto: apa/feuerwehr

    Das Wrack des Busses.

  • Die Sperre des Tunnels könnte länger dauern.
    foto: apa/elmar gubisch

    Die Sperre des Tunnels könnte länger dauern.

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