Rapid mit 3:0-Erfolg locker ins Playoff

4. August 2016, 23:15
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Hütteldorfer stiegen gegen Torpedo Schodsina problemlos auf – Die Partie gegen die Weißrussen war schnell entschieden

Wien – Rapids Kapitän Stefan Schwab hatte "Lösungen" versprochen. Und Trainer Mike Büskens hatte ganz konkrete Vorstellungen, wie man Torpedo Schodsina, einen in Weißrussland relativ bekannten Fußballverein, knacken kann. "Gute Organisation, Balance, Aggressivität, Überzeugung, Gier."

18.600 Zuschauer sind am Donnerstagabend zum Drittrundenrückspiel der Qualifikation zur Europa League ins Allianz Stadion gekommen, die neue Hütte ist quasi ein Magnet. Büskens hatte im Vergleich zum armseligen 0:1 gegen Altach drei Veränderungen vorgenommen, der rund drei Millionen Euro teure Kroate Ivan Mocinic feierte im defensiven Mittelfeld sein Startelfdebüt, Thomas Murg und Christopher Dibon waren die beiden anderen Neuen. Vor einer Woche in Weißrussland gab es ein langweiliges 0:0.

Rapid begann auch in Wien äußerst mäßig, Fehlpässe bieten sich niemals als Lösung an, in den ersten 25 Minuten wurden genau null Chancen kreiert. Torpedo ist derzeit in der Liga Neunter, nach Europa ist es nur aufgrund des überraschenden Cupsieges gekommen. 26. Minute: Der Isländer Arnor Traustason gewinnt einen Zweikampf, der Brasilianer Joelinton will eigentlich zum Rechtsverteidiger Mario Pavelic passen, das erledigt Torpedos Klopotski für ihn, Pavelic trifft aus rund zwölf Metern sehr satt zum 1:0. Womit die Sache erledigt war.

36. Minute: Linksverteidiger Thomas Schrammel stellt im zweiten Versuch auf 2:0.Der Widerstand der Weißrussen hatte die Konsistenz von Zuckerwatte, die Biederkeit der Gäste war phasenweise fast schon wieder herzig, brav gekämpft haben sie aber. Rapid vergab nach der Pause einige Hochkaräter, das grenzte an Fahrlässigkeit, war aber im konkreten Fall ziemlich wurscht.

Louis Schaub erhöhte spät auf 3:0 (92.). Die wahre Leistungsstärke konnte nicht wirklich beurteilt werden. Das wird dann am Sonntag die Austria im Derby im Happel-Stadion klären. Der 23-jährige Mocinic hatte jedenfalls sehr viele Ballkontakte. Und der georgische Mittelstürmer Giorgi Kvilitaia hat einen Vierjahresvertrag unterschrieben, er kommt von Dinamo Tiflis und soll laut Sportdirektor Andreas Müller "echte Goalgetter-Qualitäten" besitzen. Das Playoff der Europa League wird am Freitag gelost. (hac, 4.8.2016)

Fußball-Europa-League-Qualifikation, 3. Runde, Rückspiel:
SK Rapid Wien – Torpedo Schodsina 3:0 (2:0)
Wien, Allianz Stadion, 18.600, SR Roi Reinshreiber/ISR. Hinspiel: 0:0 – Rapid mit dem Gesamtscore von 3:0 im Play-off (Auslosung Freitag, 13.00 Uhr, in Nyon; Spieltermine 18. und 25. August).

Tore:
1:0 (26.) Pavelic
2:0 (36.) Schrammel
3:0 (92.) Schaub

Rapid: Novota – Pavelic, Schößwendter, Dibon, Schrammel – Mocinic (80. Szanto), Schwab – Schaub, Murg, Traustason (68. Grahovac) – Joelinton (71. Schobesberger)

Schodsina: Fomitschew – Imerekow, Klopotski, Lutsewitsch, Tschelijadinski, Pankowets (46. Scherbo) – Afanasiew (66. Tschelijadko), Schapowal, Chachaturijan, Demidowitsch – Sagnijailow (57. Trapaschko)

Gelb: Mocinic bzw. Demidowitsch

Mike Büskens (Rapid-Trainer): "Es war nicht einfach für uns, ins Spiel zu finden. Aber wir sind griffig geblieben, haben die Passsicherheit verbessert. Unsere Außenverteidiger haben nicht nur in der Offensive, sondern auch in der Defensive ein Riesenpensum absolviert. Dafür verdienen beide ein Riesenlob. Dann haben wir es gut runtergespielt in der ersten Hälfte, aber wir haben das dritte Tor viel zu spät gemacht. Bevor Louis (Schaub; Anm.) das Tor macht, müssen wir ja vorher schon das dritte, vierte, fünfte machen. Da waren wir etwas fahrlässig. Du hättest heute Körner sparen können. Wenn wir früher das 3:0 machen, ist die Messe gelesen. So gibst du ihnen immer noch die Hoffnung. Das war unnötig."

Stefan Schwab (Rapid-Mittelfeldspieler und -Kapitän): "Es war ein verdientes Ergebnis. Wir sind heute überglücklich, dass wir aufgestiegen sind. Ich hoffe, dass wir das weiter beibehalten können. In den ersten zehn Minuten haben wir das Spiel nicht so unter Kontrolle gehabt, waren nicht so ballsicher wie danach. Mit dem 1:0 haben wir das Spiel in den Griff gekriegt, haben den Gegner eingeschnürt. Wir sind das nicht gewohnt, dass wir in der zweiten Hälfte so viel Räume bekommen. Wir müssen uns vorwerfen, dass wir den Sack viel früher zumachen müssen. Jetzt heißt es, Kräfte zu mobilisieren."

Igor Kriuschenko (Schodsina-Trainer): "Wir sind sehr überzeugend reingekommen, haben dann aber einen großen Fehler begangen und das Tor kassiert. Rapid hat uns gnadenlos bestraft. In der zweiten Hälfte mussten wir offensiver spielen, dadurch sind Räume entstanden und dann ist es gegen so einen Gegner schwer. Rapid hat besser gespielt, war auf einem höheren Niveau als wir. Wir haben noch sehr viel Arbeit vor uns."

  • Thomas Schrammel und Arnor Traustason jubeln Richtung Aufstieg.
    foto: apa/pfarrhofer

    Thomas Schrammel und Arnor Traustason jubeln Richtung Aufstieg.

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