Django Asül: Noch was im Köcher

4. August 2016, 18:30
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Der Kabarettist präsentiert beim Festival Foen-X sein neues Programm

Dass Ugur Bagislayici nicht Bankkaufmann geworden ist, verdankt er Matthias Beltz. In ein Programm des 2002 verstorbenen Kabarettisten war Bagislayici Mitte der 1990er-Jahre zufällig hineingestolpert – und sofort überzeugter Kleinkunstfan. Seitdem tritt der im niederbayerischen Deggendorf geborene Sohn türkischer "Gastarbeiter" unter dem Namen Django Asül auf.

Anfangs profitierte der Wandler zwischen den Kulturen von der Ethno-Welle. Asül hat aber mit "Was guckst du"-Scherzen nichts am Hut. Sein schwarzer Humor verzichtet auf politische Korrektheit und lebt von bayerischer Hinterfotzigkeit.

In Paradigma (2012) unternahm Django Asül eine Reise ins Ich. Da sich alles im Leben irgendwann verändert, gilt das auch für seine Sicht- und Denkweisen. Einmal dort angekommen, hilft nur schwarzer Humor, um (noch immer) aktuelle Themen wie Griechenland-Rettungspaket, europäische Ausländerpolitik, den deutschen Verfassungsschutz oder männliche Aufreißerstrategien abzuhandeln.

Danach folgten Boxenstopp und Rückspiegel, am 5.8. präsentiert er im Rahmen des Kleinkunstfestivals Foen-X sein neuestes Programm Letzte Patrone: Im Lichte der jüngsten Ereignisse ein gewagter Titel, der aber doch nur eines klarmacht: In Deckung gehen sollten all diejenigen, die ein Problem mit Satire und Kritik haben. Menschliche Abgründe lauern überall. Nur gut, dass uns das einer mit Humor näher erläutert. Das Foen-X geht noch bis 20. August. (dog, 4.8.2016)

Hard, Kammgarn, 21.00

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