Ossiacher Schifffahrt: Verfahren eingestellt

4. August 2016, 17:20
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Staatsanwalt sieht Betrugsverdacht gegen Schifffahrtsunternehmer bei Abrechnung der "Kärnten Card" nicht erhärtet

Klagenfurt – Für den Schifffahrtsunternehmer Josef Nageler war es keine Überraschung: Das Ermittlungsverfahren wegen Betrugs gegen ihn wurde eingestellt, wie ihm die Staatsanwaltschaft Klagenfurt in einem Schreiben, das dem Standard vorliegt, mitteilte. Josef Nageler und seinem Vater Ernst, von dem er die Ossiacher See Schifffahrt übernommen hat, wurde – DER STANDARD berichtete – in einer anonymen Anzeige vorgeworfen, sie hätten Mitarbeiter angestiftet, die "Kärnten Card" bei Schifffahrten pro Gast mehrmals zu stecken, um ihre Frequenz künstlich zu erhöhen und so mehr Geld aus dem Pool zu bekommen, aus dem Mitgliedsunternehmen der Kärnten Card Refundierungen erhalten.

Mehr Transparenz

Die Kärnten Card bietet Touristen, ähnlich wie vergleichbare Karten in anderen Ländern, Angebote zu vergünstigten Preisen an. Nach den Vorwürfen wurde kürzlich statt eines privaten Vereins die Kärnten Card GesmbH gegründet. So erwartet sich der zuständige Landesrat Christian Benger (ÖVP) künftig mehr Transparenz.

Die Nagelers vermuten ein anderes Unternehmen hinter der Anzeige: "Ich habe erwartet, dass das Verfahren nach Prüfung der Fakten eingestellt wird, und freue mich natürlich darüber", so Josef Nageler in einer schriftlichen Stellungnahme an den Standard, "aber es ist erschreckend, zu welchen Mitteln gegriffen wird, um erfolgreiche Unternehmen madigzumachen."

Technisch nicht möglich

In der Causa ermittelten das Stadtpolizeikommando Villach und das Landeskriminalamt. Dabei soll Letzteres erhoben haben, dass die Aussagen Josef Nagelers, wonach ein mehrfaches Stecken der Kärnten Card technisch gar nicht möglich sei, stimmen. Es gebe erstens eine Sperrfrist von einer Stunde pro Nutzer, der namentlich aufscheint, zweitens, können, selbst wenn der Gast öfter fahren will, nur drei Frequenzen pro Tag gebucht werden. (Colette M. Schmidt, 5.8.2016)

  • Für die Ossiacher Schifffahrt haben sich die Wogen geglättet.
    foto: apa / gert eggenberger

    Für die Ossiacher Schifffahrt haben sich die Wogen geglättet.

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