Papageno hilft unheilbar kranken Kindern, zu Hause zu leben

5. August 2016, 06:00
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Mobiles Betreuungsteam begleitete im Vorjahr 20 Familien in Salzburg

Salzburg – Zwischen 110 und 170 Kinder im Bundesland Salzburg leiden an einer unheilbaren, lebenslimitierenden Krankheit. Viele von ihnen brauchen intensive Betreuung und palliative Pflege. Um diesen Kindern zu ermöglichen, so lange wie möglich zu Hause zu leben, hat die Hospizbewegung Salzburg im Vorjahr das mobile Kinderhospiz Papageno gegründet.

Das Papageno-Team wollte klein anfangen und langsam wachsen, doch der Bedarf war größer. 20 Familien wurden bisher betreut. Acht der jungen Patienten sind in diesem Jahr verstorben, sieben davon in häuslichem Umfeld. Nur ein Patient hat eine onkologische Erkrankung. "Es sind nicht primär Kinder mit Krebserkrankungen, da sind die Heilungschancen in den letzten Jahren enorm gestiegen", sagte die Obfrau der Hospizbewegung Salzburg, Maria Haidinger. Das Gros der Kinder habe sehr seltene Stoffwechsel- oder Herzerkrankungen.

"Wir wollen es ermöglichen, dass die Eltern so lange wie möglich mit ihren kranken Kindern leben können", sagte die Kinderfachärztin Regina Jones, die die Kinder medizinisch betreut. Mit im Team sind auch Pflegerinnen, ein Atemphysiotherapeut, Sozialarbeiter und ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen.

Obonya gibt Benefizlesung für Betreuungskosten

Die Betreuung durch das Papageno-Team kostete im Vorjahr 160.000 Euro. Aus dem Gesundheitsfonds des Landes Salzburg kamen 36.000 Euro, der Großteil der Kosten wird aber über Spenden finanziert.

Um weitere Spenden zu lukrieren, hat die Hospizbewegung einen prominenten Unterstützer gefunden. Jedermann Cornelius Obonya wird anlässlich des einjährigen Bestehens am 20. August in der Salzburger Residenz eine Benefizlesung für das Kinderhospiz geben. Der komplette Erlös der Lesung mit dem Titel "Kommt, wer redet, ist noch nicht tot" geht an Papageno. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung vom Salzburger Musiker Herbert "Herb" Berger. (Stefanie Ruep, 5.8.2016)

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