Wien: Orthodoxe Kirche will "satanisches Pokémon-Zentrum" entfernen lassen

4. August 2016, 15:45
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Kathedrale des Heiligen Nikolaus in Wien-Landstraße ist offenbar eine Arena in "Pokémon Go"

Wien/Kioto – Die russisch-orthodoxe Kirche hat offizielle Beschwerde gegen ein "satanisches Pokémon-Zentrum" eingelegt, das sich in der Kathedrale des Heiligen Nikolaus in Wien-Landstraße befinde.

Denn dort sei ein "Pokémon Go"-Charakter mit der teuflischen Bezeichnung "Raa666" inmitten eines orthodoxen Altarraum platziert worden, hieß es in einer Aussendung des Orthodoxen Informationsdienstes. Dieser könne dort auch gefangen werden, so der Text weiter.

Entfernung verlangt

In dem Beschwerdeschreiben an die Betreiberfirma Niantic Labs Inc wird eine "unverzüglich dauerhafte" Entfernung des Pokemon-Zentrums verlangt. Die russisch-orthodoxe Kirche stellte zudem fest, dass die Kathedrale des Hl. Nikolaus ein Gotteshaus ist, "ein sakrales Bauwerk, und als solches ausschließlich dem gottesdienstlichen Gebrauch vorbehalten". Demnach kann eine "Verwendung" der Kirche "als Ort für ein Spiel" nicht hingenommen werden. Auch auf eventuelle Sicherheitsprobleme wurde hingewiesen.

Offenbar ein Missverständnis

Mit der Beschwerde gibt es jedoch ein Problem. Denn: Ein Pokémon mit der genannten Bezeichnung existiert in dem Spiel schlicht nicht. Wie sich aus der Aussendung der Kirche herauslesen lässt, scheint es auf dem Areal der Kirche wohl eine Arena zu befinden, die Spieler mit ihren Pokémon für eines von drei Teams einnehmen können.

Bei "Raaa666" dürfte es sich also entweder um das Pseudonym eines Spielers oder einem von ihm benannten Pokémon handeln. In beiden Fällen sind diese in der virtuelle Arena nur so lange sichtbar, wie diese nicht von einem anderen Team erobert wurde. (APA, gpi, 4.8.2016)

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