Italiens Opposition gegen Nutzung von Basen im Anti-IS-Kampf

4. August 2016, 14:51
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Angst vor islamistischen Anschlägen

Rom – Die oppositionelle Fünf Sterne-Bewegung hat die Regierung in Rom aufgerufen, keine italienische Stützpunkte für die US-Offensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zur Verfügung zu stellen. Die Gefahr sei, dass Italien zum Ziel islamistischer Anschläge werden könnte.

"Italiens Stützpunkte für Angriffe auf Libyen zur Verfügung zu stellen, bedeutet, das italienische Volk nicht zu schützen. Die Gefahr vor Racheaktionen ist groß", warnte der Vizepräsident der römischen Abgeordnetenkammer und Nummer Zwei der europakritischen Fünf Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio.

Regierung will US-Ersuchen nachkommen

Die Regierung in Rom sei bereit, positiv auf ein eventuelles Ersuchen der USA zur Nutzung italienischer Stützpunkte für eine Anti-IS-Offensive zu reagieren, berichtete Verteidigungsministerin Roberta Pinotti in einer Ansprache vor der Abgeordnetenkammer am Mittwoch. "Die US-Luftangriffe würden der UN-Resolution 2259 des Jahres 2015 entsprechen. Sie seien eine Reaktion auf eine Forderung der libyschen Regierung zur IS-Bekämpfung im Raum von Sirte."

Außenminister Paolo Gentiloni, der diese Woche ein telefonisches Gespräch mit dem libyschen Premierminister Fayez Serraj führte, versicherte, dass die Lufteinsätze von wesentlicher Bedeutung für die Sicherheit und den Frieden in Libyen seien. "90 Prozent der Migranten, die Italien erreichen, kommen aus Libyen. Deswegen sind wir, von der terroristischen Bedrohung einmal abgesehen, an einer Stabilisierung des Landes interessiert."

Vize-Außenminister Benedetto Della Vedova meinte, man dürfe nicht befürchten, dass es in Italien zu jihadistischen Anschlägen kommen könne, sollte Rom die US-Angriffe unterstützen. "Kein Land ist vor der Terrorgefahr sicher, unabhängig von den politischen Beschlüssen zur Lage in Nordafrika", betonte Della Vedova. (APA, 4.8.2016)

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