Achtung Eltern: Säuglinge in den Schlafsack stecken

4. August 2016, 13:46
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Das Risiko des plötzlichen Kindstodes sinkt, wenn Eltern ihre Kinder nicht unter einer Decke, sondern im Schlafsack schlafen lassen – zeigen Studien, in Ulm setzt man sie um

Der plötzliche Kindstod (SIDS: Sudden Infant Death Syndrom) ist der unvorhersehbare Tod eines gesunden Kindes im ersten Lebensjahr während des Schlafs. Im Jahr 2014 starben 119 Kinder in Deutschland daran. "Die eigentlichen Ursachen sind bis heute nicht bekannt. Studien zeigen aber, dass sich das Risiko senken lässt, wenn wir den Babys ein freies Atmen ermöglichen und sie vor Überhitzung schützen", erklärt Frank Reister, Leiter der Geburtshilfe.

"Kinder sollten mindestens im ersten Lebensjahr in einem Schlafsack schlafen, ohne zusätzliche Decke – am besten in ihrem eigenen Bett, in Rückenlage und im Zimmer der Eltern. Auf Kissen, Nestchen und große Kuscheltiere sollte man verzichten."

Mit Schlafsack entlassen

Babys, die an Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe auf die Welt kommen, haben Glück. Sie bekommen bei der Entlassung einen Schlafsack als Geschenk. Die von Ikea Ulm gesponserte Aktion ist ein Beitrag zur Senkung des SIDS-Risikos.

"Noch immer schlafen viele Neugeborene unter einer Decke. Sie haben damit ein fünffach erhöhtes Risiko für den plötzlichen Kindstod. Dieses Risiko lässt sich durch die Nutzung eines Schlafsacks ganz einfach verringern – dazu möchten wir die Eltern motivieren", Wolfgang Janni, Ärztlicher Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, einer der größten Geburtskliniken in Deutschland. (red, 4.8.2016)

  • Säuglinge sollten die Nacht, ähnlich wie Känguru-Babys verbringen: Nah bei Mama und Papa und im Schlafsack.
    foto: apa/dpa/jochen lübke

    Säuglinge sollten die Nacht, ähnlich wie Känguru-Babys verbringen: Nah bei Mama und Papa und im Schlafsack.

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