Terrordrohungen gegen Polizei, Flughafen und Hauptbahnhof

4. August 2016, 12:23
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Drohung kam von Mailadresse, über die schon mehrfach Drohungen versendet wurden. Der Hauptbahnhof wurde durchsucht

Wien – Die heimischen Sicherheitsbehörden haben Donnerstagfrüh per Mail konkrete Terrordrohungen gegen Polizeieinrichtungen erhalten. Das teilte das Innenministerium mit. Betroffen sind vor allem Polizeiinspektionen in mehreren Bundesländern. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Drohung aus jihadistischen Kreisen kommt.

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) bereiten die Drohungen "Sorge", sie seien aber "kein Anlass zu Panik". Die Sicherheitsmaßnahmen seien gezielt verstärkt und Ermittlungen der Staatsschutzbehörden "unverzüglich" eingeleitet worden, erklärte der Ressortchef. Jedem Hinweis werde nun nachgegangen. "Klar ist aber, dass derzeit niemand derartige Ereignisse in Europa zur Gänze ausschließen kann", meinte der Innenminister weiter.

Durchsuchungen verliefen negativ

Die in der Drohmail mit mutmaßlich islamistischem Hintergrund bedrohten Objekte sind von der Polizei durchsucht worden. Wie das Innenministerium am Nachmittag in dem Kurznachrichtendienst Twitter bekanntgab, seien diese Durchsuchungen "negativ" verlaufen. Es gebe auch "keine bedenklichen Wahrnehmungen im Umfeld der Örtlichkeiten".

Laut Innenministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck kam die Drohung von einer "verdeckten Mailadresse", von der bereits mehrfach einschlägige Drohungen versandt worden sind. Der Unterschied: Diesmal wurden konkrete Ziele mit Adresse, Datum und Uhrzeit genannt. Die genannte spezifische Zeitspanne "ist inzwischen verstrichen", sagte Grundböck. Nicht zuletzt wegen der genannten Details ist für die Fahnder auch relativ klar, woher die Drohung kommt. Für genauere Angaben bezüglich der Urheberschaft ist es laut den Fahndern aber zu früh.

Wien, Niederösterreich und Steiermark betroffen

Betroffen sind konkret Einrichtungen in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Steiermark, bestätigte Grundböck Informationen der "Presse".

Gegen mehrere Grazer Polizeiinspektionen seien Terrordrohungen eingegangen, teilte ein Sprecher der steirischen Landespolizeidirektion mit. Nähere Details könne man nicht nennen. Zum Schutz der Inspektionen seien erhöhte Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, sagte der Sprecher.

Der Verfassungsschutz übernahm die Ermittlungen. Das Innenministerium betonte, es gebe keinen Anlass für Panikmache. Man müsse aber vorsichtig sein.

Warnung in Bezug auf Flughafen und Hauptbahnhof

Nach den konkreten Terrordrohungen gegen mehrere Polizeistationen war auch der Wiener Hauptbahnhof Gegenstand einer Bombendrohung. Das bestätigt ein Sprecher der Polizei dem STANDARD. Die Drohung sei allerdings als "wenig ernstzunehmend" eingestuft worden. Der Bahnhof in Wien-Favoriten wurde daher nicht evakuiert, wie ein Sprecher der ÖBB mitteilte. Innenministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck bestätigte dies.

Auch gegen den Flughafen Wien sei eine Terrordrohung eingegangen, teilte Roland Scherscher vom Landesamt Verfassungsschutz (LV NÖ) mit. Es habe keine Evakuierung gegeben und auch zu keiner Zeit Gefahr bestanden. Die eingesetzten Polizeikräfte seien entsprechend sensibilisiert gewesen, sagte Scherscher. Die Sicherheitsmaßnahmen am Flughafen wurden verstärkt. (APA, red, 4.8.2016)

  • Die Drohungen gegen die Polizei kommen laut Innenministerium von einer verdeckten Mailadresse.
    foto: apa/techt

    Die Drohungen gegen die Polizei kommen laut Innenministerium von einer verdeckten Mailadresse.

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