Erdoğan will Gülen-Netz von Finanzquellen abschneiden

4. August 2016, 13:45
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"Säuberung" soll mit unverminderter Härte fortgesetzt werden

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan will das Netzwerk des im US-Exil lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen von allen Einkünften abschneiden. Erdoğan bezeichnete am Donnerstag Gülens Schulen, Firmen und Wohlfahrtseinrichtungen als "Terrornester". Der Präsident macht den einst mit ihm verbündeten Prediger für den Putschversuch von 15. Juli verantwortlich.

Auf geschäftlichem Gebiet sei das Gülen-Netzwerk noch immer am stärksten, sagte Erdogan bei einer Rede im Präsidentenpalast in Ankara, die live im Fernsehen übertragen wurde.

Weiter mit Härte

Ungeachtet der Kritik aus der EU will Erdoğan die "Säuberungen" nach dem Putschversuch in seinem Land mit unverminderter Härte fortsetzen. "Wir haben noch keinen Punkt gesetzt, das ist erst das Komma", sagte er. Es werde kein Nachlassen bei der "Säuberung" des Staates von Anhängern der Bewegung Gülens geben. "Das Virus hat sich überall ausgebreitet", so der Präsident.

Ins Visier des Staatspräsidenten gerät nur auch die Wirtschaft. "Die, die bis jetzt gefasst wurden, sind nur die Spitze des Eisbergs", sagte Erdogan am Donnerstag vor den Vorsitzenden von Handelskammern und Börsen in Ankara.

Die Gülen-Bewegung sei besonders stark im Wirtschaftssektor vertreten. Erdogan rief Geschäftsleute dazu auf, auch in diesem Bereich Gülen-Anhänger den Behörden zu melden. "Ich sage euch, das kann sogar euer Verwandter sein." (APA, 4.8.2016)

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