Zweifelhafte Methoden: Windows 10 warnt vor Google Chrome

4. August 2016, 10:39
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Rät mit Benachrichtigungen wegen "hohem Akkuverbrauch" zum Umstieg auf Microsoft Edge

Mit Windows 10 hat Microsoft auch einen neuen Browser eingeführt: Microsoft Edge soll den schlechten Ruf des Internet Explorers hinter sich lassen, und den Trend der letzten Jahre, der Google Chrome zum größten Browser gemacht hat, wieder umkehren. Ein ambitioniertes Unterfangen, das derzeit allerdings an einem kleinen Detail hakt: Der Realität.

Bislang scheinen die Nutzer nämlich nicht so recht auf Microsofts Angebot anzuspringen. In den aktuellsten Zahlen von Net Applications kommt Edge auf eine Verbreitung von 5,09 Prozent unter allen Internet-Nutzern. Dies bedeutet, dass selbst von den Windows-10-Usern fast drei Viertel auf das Produkt eines Konkurrenten gewechselt haben.

Desktop-Werbung

Diese Situation will Microsoft natürlich ändern, immerhin hat man einiges an Entwicklungsaufwand in Edge gesteckt. Also hat man in den letzten Monaten die Bewerbung von Edge deutlich intensiviert, und scheut dabei offenbar nicht vor zweifelhaften Methoden zurück. Seit kurzem warnt Windows 10 nämlich seine User vor der Nutzung von Google Chrome, wie The Verge berichtet.

Demnach hätten in den letzten Wochen immer mehr Chrome-Nutzer eine Benachrichtigung erhalten, in der sie vor der Nutzung ihres Browsers gewarnt werden. Konkret heißt es darin, dass Chrome ein Akkufresser sei, und sie auf Microsoft Edge wechseln sollen, um eine deutlich längere Laufzeit zu erhalten. Zum Teil berichten auch Firefox-Nutzer von ähnlichen Hinweisen.

Die ersten User haben eine solche Benachrichtigung schon vor einigen Wochen erhalten, mittlerweile scheinen diese aber immer häufiger zu werden.

Vorgeschichte

Den Akkuverbrauch scheint Microsoft jedenfalls als den entscheidenden Knackpunkt bei Chrome identifiziert zu haben, über den man Edge zu einer stärkeren Verbreitung verhelfen könnte. So hatte das Unternehmen schon vor einigen Wochen Videos produziert, die demonstrieren sollen, wie viel sparsamer die eigene Software agiert.

Bei all dem darf natürlich nicht vergessen werden, dass Google selbst immer wieder recht offensiv für seinen Chrome geworben hat, etwa mit Hinweisen direkt auf der sonst bekannt minimalistisch gehaltenen Startseite der Suchmaschine. Mit der Werbung direkt im Betriebssystem geht Microsoft nun aber noch einen Schritt weiter, und zwar einen, der durchaus zweischneidig sein könnte. Riskiert man damit doch einen Teil der eigenen Nutzer mit solch aufdringlichem Verhalten zu verärgern – und so die Marke Microsoft Edge gleich wieder zu beschädigen. (red, 4.8.2016)

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    foto: microsoft
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