Spülmitteltest: Billig hui, öko pfui

4. August 2016, 07:00
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Im Geschirrspülmitteltest der Stiftung Warentest schnitten günstige Produkte besser ab als Marken- und Öko-Labels

Berlin/Wien – Wer billig kauft, kauft teuer: Dieser Kalauer hält zumindest bei Geschirrspülmitteln einem Realitätscheck nicht stand. Zumindest nicht in Deutschland. Die dortige Stiftung Warentest hat Tabs und Pulver getestet und eruiert, dass die billigsten Produkte die besten sind. Prüfkriterium war in erster Linie die Reinigungskraft, es wurden aber auch die Schonung des Geschirrs, die Umweltbelastung, die Verkalkung der Maschinen und andere Faktoren berücksichtigt.

Erstes überraschendes Ergebnis bei dem Vergleich, bei dem wegen des weitgehenden Verbots ab 2017 nur phosphatfreie Mittel analysiert wurden: Der Verzicht auf die gewässerschädigende Chemikalie beeinträchtigt die Reinigungskraft in keiner Weise. "Die besten Phosphatfreien spülen sauber, schonen Umwelt und Geschirr und sind obendrein günstig", heißt es in der Untersuchung der auf Verbraucherschutz ausgerichteten Stiftung.

Zitrat statt Phosphat

Phosphate haben u. a. die Funktion, Magnesium und Kalzium enthaltende Essensreste zu entfernen. Als Ersatz greift die Industrie auf Zitrate, das Salz der Zitronensäure, zurück. Dieses Mittel in Kombination mit anderen Enthärtersubstanzen führt zu deutlich besseren Ergebnissen als bei einem Test, der vor sechs Jahren bei phosphatfreien Geschirrspülpulvern durchgeführt wurde. Neue Enzyme helfen, langkettige Schmutzmoleküle aufzuspalten. Beispiele sind Proteasen, die Proteine wie Fleischrückstände oder Milchhaut knacken oder Amylasen, die Stärke in Kartoffeln oder Reis zersetzen, heißt es in der Untersuchung.

Gefahr durch Öko

Am besten schnitt dabei das Pulver Domol ab, das mit vier Cent je Spülgang auch das günstigste ist. Sechs weitere phosphatfreie Mittel erhielten bessere Testwerte als das Vergleichsprodukt Somat (mit Phosphat).

Ganz schlecht schnitten Ökoprodukte ab, die nicht nur phosphatfrei sind, sondern zudem auf mineralischen oder pflanzlichen Rohstoffen basieren. Sie hatten nicht nur eklatante Mängel bei der Reinigung; Gläser wurden "irreparabel milchig weiß getrübt", Edelstahlbesteck kam bläulich gefärbt aus der Maschine. Motto: Umwelt heil, Geschirr kaputt. (as, 4.8.2016)

  • Billigprodukte reinigen das Geschirr laut Verbrauchertests besser als teurere Markenspülmittel oder Ökoprodukte.
    foto: dpa / bernd thissen

    Billigprodukte reinigen das Geschirr laut Verbrauchertests besser als teurere Markenspülmittel oder Ökoprodukte.

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