HP-Chefin Whitman bezieht Position gegen Trump – und für Clinton

3. August 2016, 17:06
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New Yorks Polizeichef: Trump "erschrickt mich zu Tode"

Unter den US-Milliardären wächst die Front gegen den Präsidentschaftskandidaten Donald Trump weiter an. Die Republikanerin und Chefin des IT-Konzerns Hewlett Packard, Meg Whitman, kündigte am Mittwoch an, dass sie Trumps Rivalin Hillary Clinton unterstützen werde.

"Unehrlicher Demagoge"

Der Rechtspopulist sei ein "unehrlicher Demagoge", der das Land "auf einen sehr gefährlichen Weg führen würde", begründete sie ihre Entscheidung in der Zeitung "New York Times".

Whitman schließt sich damit einer ganzen Riege von US-Milliardären an, die sich eindeutig gegen Trump und für Clinton positioniert haben. Darunter sind die Investorenlegende Warren Buffett, Facebook-Geschäftsführerin Shery Sandberg, der Eigentümer des Basketballclubs Dallas Mavericks, Marc Cuban, und der Medienmogul Michael Bloomberg.

"Ich werde für Hillary stimmen, ich werde meine republikanischen Freunde bitten, sie zu unterstützen", kündigte Whitman an. Auch werde sie Clintons Wahlkampf finanziell unterstützen und um Spenden für die Demokratin werben.

Vergleiche mit Hitler und Mussolini

Die Unternehmerin, die vormals das Online-Auktionshaus eBay leitete, verteidigte zugleich, dass sie früher im Jahr Trump mit Adolf Hitler und Benito Mussolini verglichen hatte. "Die Geschichte hat immer wieder gezeigt, dass es normalerweise nicht gut endet, wenn Demagogen an die Macht kommen oder kurz vor der Machtübernahme stehen", sagte sie.

Whitman hatte während der Vorwahlen der Republikaner den Gouverneur des Bundesstaats New Jersey, Chris Christie, unterstützt, der gegen Trump unterlag. Als Christie daraufhin in Trumps Lager wechselte, warf sie dem Gouverneur "Opportunismus" vor.

Trump bringt eigene Partei gegen sich auf

Der rechtspopulistische Immobilienmagnat hatte zuletzt mit Angriffen auf die muslimischen Eltern eines im Irak gefallenen US-Soldaten einen Sturm der Entrüstung auch in der eigenen Partei ausgelöst. US-Präsident Barack Obama appellierte daraufhin an die Führungsfiguren der Republikaner, dem Rechtspopulisten die Unterstützung zu entziehen.

Kritik schlug Trump am Mittwoch auch aus den Reihen der Polizei entgegen. Trump "erschrickt mich zu Tode", sagte der Polizeichef von New York, Bill Bratton, dem TV-Sender CBS News. Der Chef der größten städtischen Polizeibehörde des Landes zeigte insbesondere Unverständnis darüber, dass der Immobilienmogul soviel Rückhalt bei Veteranen finde. "Ich habe seine gesamte Kampagne verfolgt und schüttele nur den Kopf", sagte Bratton, der früher Soldat in Vietnam war. Der Polizeichef geht im September in Pension. (APA, 3.8.2016)

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