Investment-Manager wettet auf Untergang von Tesla

3. August 2016, 14:17
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Mark B. Spiegel nennt den Elektroautobauer ein "schreckliches Unternehmen"

Der Investment-Manager Mark B. Spiegel hat in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erneut gegen Tesla Stimmung gemacht. Spiegel ist für seine Skepsis gegenüber Tesla bekannt, er gilt als Elon Musks Börsen-Nemesis. Mit sogenannten Leerverkäufen wettet er an der Börse auf den Untergang des Unternehmens – er hat also ein finanzielles Interesse daran, Tesla schlecht zu reden. Interessant sind seine Gedanken dennoch. Spiegel bezeichnet Tesla-Chef Elon Musk als"Lügner" und attestiert Tesla ein Kakerlaken-Problem: Damit meint er, dass man, wenn man eine Kakerlake sieht, davon ausgehen kann, dass es viele weitere gibt.

Bei Tesla sei die eine sichtbare Kakerlake jener Crash, der durch einen Fehler des "Autopiloten"-Systems ausgelöst worden ist. Spiegel vermutet, dass dahinter noch eine ganze Reihe anderer Probleme bei Tesla stecken. So glaubt er, dass Tesla das Model 3 so früh angekündigt habe, um Anzahlungen darauf noch in die aktuellen Quartalszahlen einberechnen zu können. Im schlimmsten Fall, wenn Tesla wirklich kracht, wäre dieses Geld wohl verloren.

Kritik an Megafusion

Spiegel plädiert dafür, das Geschäft traditionellen Autobauern zu überlassen. Er denkt, dass Musk kein geeigneter CEO sei und bezieht sich dabei etwa auf die Tesla-Übernahme der ebenfalls von Musk gegründeten Firma SolarCity. "Da fusionieren zwei Unternehmen, die beide jeweils viel Geld verlieren. Daraus wird dann eine Firma, die noch viel mehr Geld verbrennen wird", sagte Spiegel in der SZ.

Ermittlungen gegen Tesla

Tatsächlich steht Tesla mit Ermittlungen rund um den Crash und dubiosen Aktienverkäufen vor der Veröffentlichung der Informationen zum Unfall reichlich Ungemach ins Haus. Gleichzeitig ist Elon Musk wohl seit dem Ableben von Apple-Gründer Steve Jobs jener CEO, der die Menschen am meisten fasziniert. Spiegel sieht sich denn auch regelmäßig Beleidigungen von Tesla-Fans ausgesetzt. Ob seine Thesen halten, sei allerdings dahingestellt – es schadet jedoch wohl nicht, auch bei Sympathie für Umweltschutz und Innovation Tesla mit Skepsis zu begegnen. (red, 3.8.2016)

  • Tesla-Chef Elon Musk präsentiert sich oft als Visionär
    foto: apa/afp/mcnew

    Tesla-Chef Elon Musk präsentiert sich oft als Visionär

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