24 ÖFB-Legionäre, die Hälfte um den Aufstieg

3. August 2016, 10:55
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In der zweiten deutschen Liga tummeln sich viele Österreicher, zehn Kicker haben neuen Arbeitgeber

Wien – Trotz des Aufstiegs der Österreicher-Filiale RB Leipzig ist das Kontingent an ÖFB-Kickern in der zweiten deutschen Fußball-Bundesliga im Sommer noch einmal leicht angestiegen. Gleich 24 österreichische Spieler versuchen im Unterhaus ihr Glück, im Frühjahr waren es noch 21. Mehr als die Hälfte davon hat den Aufstieg im Visier.

Ganz oben auf der Liste stehen dabei die Absteiger VfB Stuttgart und Hannover 96. Den Stuttgartern hielt Florian Klein die Treue, der Rechtsverteidiger erfüllt damit seinen bis 2017 gültigen Vertrag und hofft dabei auf ein Happy End. Martin Harnik suchte hingegen eine neue Herausforderung und wechselte ablösefrei von einem zum anderen Absteiger. "Dass man als Absteiger als Favorit genannt wird, ist normal. Mit unseren Transfers und unserem Kader ist das zurecht so. Wir wollen unbedingt in die Bundesliga", sagte ein optimistischer Harnik.

Neben seinem Ex-Club hat der 29-jährige Offensivspieler auch die "alten Bekannten" Kaiserslautern, Nürnberg, St. Pauli oder Bochum auf der Rechnung. "Es gibt einige, die zurecht auf den Aufstieg hoffen. Es wird eine lange Saison, keine leichte Aufgabe", ist sich Harnik bewusst. Für ihn ist es eine Rückkehr, hatte er doch bereits in der Saison 2009/10 in der zweiten Liga (damals für Fortuna Düsseldorf) gespielt. Bei Hannover steht mit Samuel Sahin-Radlinger ein weiterer Österreicher unter Vertrag, der allerdings nicht als Stammtormann agieren wird.

Nächster Anlauf

Die Nürnberger Guido Burgstaller und Georg Margreitter wären beinahe schon im Sommer in der obersten Liga vertreten gewesen, zogen aber nach Platz drei in der Aufstiegsrelegation gegen Eintracht Frankfurt den Kürzeren. Ein neuerlicher Anlauf soll nun von Erfolg gekrönt sein. Vom Aufstieg träumt auch der VfL Bochum, bei dem der Ex-Rapidler Dominik Wydra und Kevin Stöger anheuerten.

Union Berlin landete 2015/16 unmittelbar dahinter auf Rang sechs und ist daher auch im erweiterten Kreis der Aufstiegsanwärter zu finden. Große Hoffnungen ruhen in Philipp Hosiner. Der aus Köln gekommene Angreifer soll für die nötigen Tore sorgen. Goalie-Routinier Michael Gspurning, zuletzt nach seinem Schalke-Engagement vereinslos, unterschrieb am Mittwoch einen Einjahresvertrag und soll mit seiner Routine weiterhelfen. In der Abwehr müssen Emanuel Pogatetz und Christopher Trimmel um ihre Plätze hart kämpfen.

ÖFB-Duos bei KSC, Fürth und 1. FCK

Linksverteidiger Ylli Sallahi und Erwin Hoffer sollten diese im Dress des Karlsruher SC sicher haben, genauso wie Robert Zulj bei Greuther Fürth. Sein Landsmann Lukas Gugganig muss sich nach seinem Sommertransfer erst ins Team arbeiten.

Jedes Jahr viel erwartet wird auch von Kaiserslautern. Beim Traditionsclub versucht jetzt auch Philipp Mwene sein Glück. Der von Stuttgarts Zweierteam gekommene 22-jährige Außenverteidiger spielte bei der Ligageneralprobe genauso wie sein Abwehrkollege Stipe Vucur von Beginn an.

Stuttgart hat natürlich Geld

Zehn der 24 ÖFB-Kicker haben einen neuen Arbeitgeber. Neben Harnik, Hosiner und Mwene sind auch der Ex-Grödiger Martin Rasner (Heidenheim), der Ex-Mattersburger Manuel Prietl (Arminia Bielefeld) und Ex-Admira-Goalie Jörg Siebenhandl (Würzburger Kickers) neu in der Liga.

Das bisher meiste Geld in der laufenden Transferperiode haben die Stuttgarter mit geschätzten acht Millionen Euro ausgegeben. So wurde etwa mit Simon Terodde, der Zweitliga-Torschützenkönig der vergangenen Saison verpflichtet. Er hatte für Bochum 25 Mal getroffen. Mit Harnik und Co. wurden aber auch Leistungsträger abgegeben. "Wir wollen eine Mannschaft entwickeln, die stark genug ist, um die Rückkehr in die Bundesliga zu schaffen", formulierte Coach Jos Luhukay die Zielsetzung.

Am meisten veränderte sich bei Hannover, die 96er brachten es bisher mit Zu- und Abgängen auf 21 Transfers. Neben Harnik wird auch von Ex-Nürnberg-Stürmer Niclas Füllkrug viel erwartet. Gespannt sein darf man auch auf 1860 München. Der Traditionsclub, der in den vergangenen beiden Jahren nur knapp dem Abstieg entronnen war, will endlich wieder einmal besser abschneiden. Nach dem Abgang von Rubin Okotie nach China soll Stürmer-Routinier Ivica Olic für die Tore sorgen – auch nach Vorlagen des Ex-Austrianers Michael Liendl. (APA, 3.8.2016)

Alle ÖFB-Legionäre

Florian Klein (VfB Stuttgart/Absteiger)

Martin Harnik (neu/Hannover 96/Absteiger)

Samuel Sahin-Radlinger (Hannover 96/Absteiger)

Georg Margreitter (1. FC Nürnberg/3. Platz)

Guido Burgstaller (1. FC Nürnberg/3. Platz)

Dominik Wydra (neu/VfL Bochum/5. Platz)

Kevin Stöger (neu/VfL Bochum/5. Platz)

Emanuel Pogatetz (1. FC Union Berlin/6. Platz)

Christopher Trimmel (1. FC Union Berlin/6. Platz)

Philipp Hosiner (neu/1. FC Union Berlin/6. Platz)

Michael Gspurning (neu/1. FC Union Berlin)

Erwin Hoffer (Karlsruher SC/7. Platz)

Ylli Sallahi (Karlsruher SC/7. Platz)

Lukas Gugganig (neu/Greuther Fürth/9. Platz)

Robert Zulj (Greuther Fürth/9. Platz)

Philipp Mwene (neu/1. FC Kaiserslautern/10. Platz)

Stipe Vucur (1. FC Kaiserslautern/10. Platz)

Martin Rasner (neu/FC Heidenheim/11. Platz)

Manuel Prietl (neu/Arminia Bielefeld/12. Platz)

Marco Knaller (SV Sandhausen/13. Platz)

Stefan Kulovits (SV Sandhausen/13. Platz)

Christian Gartner (Fortuna Düsseldorf/14. Platz)

Michael Liendl (1860 München/15. Platz)

Jörg Siebenhandl (neu/Würzburger Kickers/Aufsteiger)

Programm der 1. Runde:

Freitag (20.30 Uhr):
Kaiserslautern – Hannover

Samstag (13.00):
Bochum – Union Berlin. 15.30: Sandhausen – Fortuna Düsseldorf, Dynamo Dresden – Nürnberg

Sonntag (13.30): Greuther Fürth – 1860 München. 15.30: Eintracht Braunschweig – Würzburger Kickers, Heidenheim – Erzgebirge Aue, Arminia Bielefeld – Karlsruhe

Montag (20.15):
Stuttgart – St. Pauli

  • Georg Margreitter war mit Nürnberg schon mit einem Bein in der ersten Liga. Nächster Anlauf.
    foto: apa/stache

    Georg Margreitter war mit Nürnberg schon mit einem Bein in der ersten Liga. Nächster Anlauf.

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